Was du von Bruce Lee über das Investieren lernen kannst

Stefan Naerger, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 2 Min.

Bruce Lee ist eine Legende. Und das gleich in mehreren Bereichen gleichzeitig.

Ein legendärer Schauspieler und Kampfkünstler. Diese beiden Talente konnten im Laufe der Geschichte nur sehr wenige Menschen gut kombinieren.

Wer vom Kampf lebt, stirbt leider auch oft im Kampf. Genau dieses Schicksal ereilte Bruce Lee im Alter von nur 33 Jahren.

Wie so oft haben Kampfkünstler neben einer ausgeprägten Physis auch philosophisch einiges zu bieten. Bruce Lee ist da keine Ausnahme. Seine Weisheiten können uns sogar etwas über das Investieren lehren.

Diese Weisheit hilft auch beim Investieren

Wer auf den bekannten Videostreaming-Plattformen nach Bruce Lee sucht, erhält oft sofort einen Ausschnitt aus seinem wohl berühmtesten Interview. Dort erörtert der Kampfkünstler charmant, warum es sich lohnt, mehr wie das Element Wasser zu sein. Und zwar in einer Weise, die sowohl tiefgründig als auch leicht zu verstehen ist.

Doch Herr Lee hatte noch andere Weisheiten zu bieten. Wer etwas über das Investieren lernen möchte, sollte sich das folgende Zitat genau einprägen:

Ich fürchte nicht den Gegner, der 10.000 Tritte einmal geübt hat. Ich fürchte den Gegner, der einen Tritt 10.000-mal geübt hat.

Eine Weisheit, so kristallklar und leicht verständlich wie alles, was der brillante Geist von Bruce Lee jemals ausgeheckt hat. Doch wie soll uns diese martialische Weisheit beim Investieren helfen?

Bruce Lee hätte nicht in einen MSCI-World-ETF investiert

Man kann das Zitat leicht in einen anderen Kontext bringen. Der Markt ist unser Gegner. Den wollen wir mit einer überdurchschnittlichen Rendite schlagen.

Und welche Art Investor fürchtet der Markt am meisten? Den mit 10.000 verschiedenen Aktien im Portfolio? Nein! Sondern den, der 10.000 Stunden in die Analyse von nur einer Aktie gesteckt hat.

Oder anders formuliert: Investiere nicht in einen marktbreiten MSCI-World-ETF mit über 1.600 Aktien. Der Markt kommt erst dann richtig ins Schwitzen, wenn du die eine Aktie ausfindig machst, die absolut marktschlagende Renditen liefern kann.

Das klappt selbstredend nicht ohne eine gesunde Portion Aufwand. Jede Ecke und Kante eines potenziell außergewöhnlichen Unternehmens will sauber geprüft werden. Das kostet Zeit. Im Zweifel 10.000 Stunden. In dieser Zeit hätte man auch einfach passiv die Marktrendite aufsaugen können.

Mit einer durchschnittlichen Marktrendite würde ich mich nicht zufriedengeben

Ja, eine mittelmäßige Rendite bekommt man auch ohne viel Aufwand. Aber ist es das, was du von deiner Investorenkarriere erwartest?

Willst du mehr wie Bruce Lee werden oder mehr wie all die Gegner, die Bruce Lee mit einem Wimpernschlag besiegt hat? Die Antwort auf diese Frage dürfte variieren. Klar ist jedoch, dass Bruce Lee sicher kein Freund einer breiten Diversifizierung gewesen wäre.

Nicht jeder ist zum Bruce Lee der Märkte geboren worden. Doch jene, die den Markt unbedingt schlagen wollen, wissen jetzt, wie sie es angehen können.

Der Artikel Was du von Bruce Lee über das Investieren lernen kannst ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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