Brivio: MotoGP-Saisonstart "vielleicht sogar erst im Juli oder August"

Juliane Ziegengeist

Es scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis die Dorna bekanntgibt, dass auch die drei MotoGP-Termine im Mai (Jerez, Le Mans und Mugello) verschoben werden müssen. Denn angesichts der fortschreitenden Ausbreitung des Coronavirus in Europa ist nicht damit zu rechnen, dass im Mai gefahren wird.

Davide Brivio, Teammanager bei Suzuki, geht davon aus, dass es sogar noch um einiges länger dauern könnte, bis die MotoGP in ihre Saison startet. "Die Situation, die wir in Italien erleben, kommt auch in allen anderen europäischen Ländern, acht bis zehn Tage später", analysiert er das Infektionsaufkommen.

Im exklusiven Interview mit 'Motorsport.com' grübelt er: "Wir wissen immer noch nicht, wann der Höhepunkt für uns kommt, wie lange es dauert, bis wir uns erholen. Es wird immer unwahrscheinlicher, dass wir die Rennen im Mai sehen werden, die meiner Meinung nach nicht stattfinden werden."

Zwar hofft Brivio, dass der Rennbetrieb im Juni wieder anlaufen kann. "Aber das, was in anderen Sportarten geschieht, wie bei den Olympischen Spiele in Tokio, die im Juli stattfinden sollten, oder der Formel 1, die alle Rennen im Mai abgesagt hat, lässt mich denken, dass wir auch noch etwas länger warten könnten."

Der Suzuki-Teamchef schätzt, dass es "vielleicht sogar bis Juli oder August" dauern könnte. "Ich hoffe nicht, aber ich halte den Mai für unwahrscheinlich und den Juni für schwierig", sagt er. Wie der Rest der Saison dann aussehen wird, wie viele Rennen es überhaupt geben kann, ist noch völlig unklar.

Die meisten Teams und Fahrer stellen sich aber schon jetzt darauf ein, dass es eine sehr komprimierte Saison ohne große Pause sein wird. Einen Vorgeschmack darauf bieten die beiden Triple-Header am Ende des Kalenders. Für Brivio ist dies das geringste Übel: "Wir stellen uns vor, wir machen jetzt Ferien."

"Bei dem, was sowohl im Sport als auch in der Industrie geschieht, müssen wir das, was kommt, akzeptieren und alles tun, was wir tun können, sobald es möglich ist, wieder mit dem normalen Leben zu beginnen. Dann werden wir einen Geist der Verantwortung und auch der Anpassung brauchen, um alles Mögliche zu tun."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.