Britischer Student entdeckt 145 Millionen Jahre alten "Ratten"-Zahn

Im Südwesten Englands hat ein Student zwei Zähne von rattenähnlichen Lebewesen entdeckt, die vor 145 Millionen Jahren lebten und als Säugetiere zu den ältesten entfernten Vorfahren des Menschen zählen. Wie die Universität von Portsmouth am Dienstag mitteilte, stammen die Zähne von der Küste der Grafschaft Dorset. Die Tiere waren ihren abgekauten Zähnen zufolge recht alt geworden - trotz der damals lebenden Dinosaurier.

Der britische Student hatte den sensationellen Fund gemacht, als er Gesteinsproben aus Dorset durchsiebte. "Ganz unerwartet fand er nicht nur einen, sondern zwei ziemlich bemerkenswerte Zähne eines Typs, der noch nie zuvor bei Felsen dieses Alters entdeckt wurde", erklärte Steve Sweetman, der als Forscher an der Universität den Fund untersuchte. "Ich wurde gebeten, sie mir anzuschauen, und meine Meinung abzugeben, und schon beim ersten Blick ist mir die Kinnlade heruntergefallen."

Der Wissenschaftler geht davon aus, dass die Zähne zwei verschiedenen Spezies kleiner Lebewesen mit Fell zuzuordnen sind, die von Insekten und möglichweise auch von Pflanzen gelebt haben. "Die Zähne sind von einem hoch entwickelten Typ, der durchbohren, schneiden und zermalmen kann", sagte er weiter.

Auch wenn die rattenähnlichen Tiere sich stark vom Menschen unterscheiden, beschreibt Sweetman sie als "zweifellos die frühesten bisher bekannten aus der Linie der Säugetiere, die zu unserer eigenen Spezies geführt haben."

Die zwei Tierarten wurden Durlstodon ensomi und Durlstotherium newmani genannt - letztere nach dem in der Nähe des Fundorts ansässigen Pub-Besitzer Charlie Newman. Die sogenannte Jurassic Coast im Süden Englands ist als Fossilienfundstätte bekannt und gehört seit 2001 zum UNESCO Welterbe.