Britischer Notenbankchef signalisiert vorsichtige geldpolitische Wende

dpa-AFX

SINTRA (dpa-AFX) - Der Chef der britischen Notenbank, Mark Carney, hat Signale für eine vorsichtige geldpolitische Wende gegeben. Eine gewisse Rückführung der geldpolitischen Unterstützung könnte notwendig werden, sagte Carney am Mittwoch in portugiesischen Sintra. Die Toleranz für eine Inflationsrate über dem Zielwert von zwei Prozent sei in der Bank of England (BoE) beschränkt. Derzeit liegt der Leitzins bei 0,25 Prozent.

Entscheidend sei, ob das zuletzt schwache Konsumwachstum durch die Entwicklung in anderen Sektoren kompensiert werde. Carney verwies auf die Unternehmensinvestitionen und das Lohnwachstum. Zudem seien auch die Auswirkungen der Brexit-Verhandlungen auf die Wirtschaft wichtig. Diese Themen würden in den nächsten Monaten in der Notenbank diskutiert. Sollte es zu einer Änderung der geldpolitischen Ausrichtung kommen, dann werde die Anpassung nur graduell erfolgen.

In der vergangenen Woche hatte sich BoE-Chefvolkswirt Andy Haldane für eine Straffung der Geldpolitik ausgesprochen. Sollte sich die Wirtschaft auch weiterhin solide entwickeln, könne er sich eine etwas straffere Geldpolitik in der zweiten Jahreshälfte vorstellen. Auf der letzten Sitzung des geldpolitischen Ausschusses der BoE hatten sich immerhin drei von acht Mitgliedern für eine Zinsanhebung ausgesprochen.

Das britische Pfund legte nach den Aussagen von Carney zu allen wichtigen Währungen deutlich zu. Zum Dollar stieg das Pfund auf ein Tageshoch von 1,2965 Dollar. Die Renditen von britischen Staatsanleihen legten deutlich zu.