Britischer Finanzminister: Keine Einigung mit der EU für Finanzsektor

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LONDON (dpa-AFX) - Großbritannien macht sich nach Aussagen des britischen Finanzministers Rishi Sunak derzeit keine Hoffnung mehr auf ein Post-Brexit-Abkommen mit der EU für den Finanz- und Dienstleistungssektor. "Das hat nicht stattgefunden", sagte Sunak am Donnerstag in der Londoner City dem Sender Sky News zufolge über eine angestrebte Einigung über die gegenseitige Anerkennung von Standards. Zwar arbeite man weiter in Fragen des globalen Finanzwesens zusammen, aber als souveräne Partner mit jeweils eigenen Prioritäten. "Wir haben nun die Freiheit, Dinge anders und besser zu machen, und das wollen wir vollumfänglich nutzen", erklärte Sunak.

Dienstleistungen waren bei den Verhandlungen über den Brexit-Handelspakt außen vor geblieben. Britische Finanzdienstleister haben mit dem Ende der Brexit-Übergangsphase zum Jahreswechsel ihren automatischen Zugang zum EU-Binnenmarkt verloren. Das führte zwar nicht zum befürchteten großen Exodus aus der Londoner City, doch viele Banken und andere Unternehmen gründeten Ableger in Städten wie Paris, Dublin, Amsterdam und Frankfurt. Mit ihnen wanderten etwa 7000 Arbeitsplätze ab.

Ziel war es bislang, den gegenseitigen Zugang für Dienstleistungen künftig über sogenannte Äquivalenzbestimmungen zu regeln. Damit ist die Anerkennung des anderen Regulierungssystems als gleichwertig gemeint. Die Dienstleistungsbranche insgesamt macht rund 80 Prozent der britischen Bruttowertschöpfung aus.

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