Britischer Extremsportler umrundet in knapp 79 Tagen die Welt mit dem Fahrrad

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Brite Mark Beaumont nach seiner Erdumrundung mit Familie

In genau 78 Tagen, 14 Stunden und 14 Minuten hat es Mark Beaumont um die Welt geschafft - mit dem Fahrrad. Glücklich fuhr der 34-jährige Schotte am Montag in der französischen Hauptstadt ein, wo er am 2. Juli gestartet war

Einen Tag schneller als Romanheld Phileas Fogg aus Jules Vernes berühmtem Werk "In 80 Tagen um die Welt": In genau 78 Tagen, 14 Stunden und 14 Minuten hat es Mark Beaumont um den Globus geschafft - mit dem Fahrrad. Glücklich fuhr der 34-jährige Schotte am Montag in der französischen Hauptstadt ein. Anschließend gestand der geschaffte Abenteurer: "Ich bezweifle, dass ich je wieder so etwas machen werde."

Auf den letzten Metern zum Pariser Triumphbogen wurde Beaumont von einer 20-köpfigen Unterstützer-Crew auf Rädern begleitet. Am Ziel erwarteten den Schotten dann seine zu Tränen gerührte Frau Nicci mit den ein und vier Jahre alten Töchtern Willa und Harriet sowie rund 50 weitere Unterstützer. Eine Vertreterin des Guinnessbuchs der Rekorde überreichte Beaumont zwei gerahmte Urkunden: eine für die Weltumrundung in Rekordzeit und eine für die längste binnen eines Monats geradelte Strecke.

Es seien "auf jeden Fall die längsten zweieinhalb Monate meines Lebens" gewesen, sagte der Extremsportler, nachdem er den bisherigen Rekord von 123 Wochen eingestellt hatte. Es sei aber "ein absoluter Traum" wahr geworden. Er sei körperlich und geistig "über alles, was ich bisher getan habe, hinaus gegangen", sagte Beaumont.

Insgesamt legte der Radsportler rund 29.000 Kilometer zurück. Nur den Atlantik und den Pazifik überflog er, den Rest schaffte er mit eigener Muskelkraft. Um das geplante Pensum zu schaffen, fuhr Beaumont pro Tag 16 Stunden Rad, dafür stand er jeden Morgen um 03.30 Uhr in der Frühe auf. Dazu musste er täglich 8000 Kalorien zu sich nehmen und bis zu zehn Liter Wasser trinken. Vor der 180 Kilometer langen Final-Strecke durchs Tal der Loire nach Paris frohlockte Beaumont: "Ich freue mich schon darauf, nicht mehr jeden Morgen um halb vier aufzustehen."

Der Extremsportler war am 2. Juli in Paris gestartet und durchquerte auf seinem Weg nach Peking Europa, Russland und die Mongolei. Von dort flog er nach Perth in Australien, das er ebenso wie das benachbarte Neuseeland durchquerte, bevor er nach Anchorage in Alaska flog. Seine Fahrt durch Amerika endete im kanadischen Halifax, von wo er nach Lissabon flog. Die Flugzeiten wurden bei der Rekordermittlung mitgerechnet.

Beaumont holte sich den Rekord zurück, nachdem er ihn bereits bis 2009 innehatte. 2008 war er ohne jede Unterstützung in 195 Tagen um die Welt gefahren. Vor zwei Jahren schaffte es dann der Neuseeländer Andrew Nicholson in 123 Tagen. Außer Konkurrenz hatte Jules Verne seine Abenteuerroman-Figur 1873 auf die Weltumrundung geschickt - allerdings im Ballon, per Zug und Schiff.

Als Abenteurer sieht sich auch Beaumont: Mit seiner Rekordfahrt werde ein Traum wahr, der aus einer Zeit stamme, als er "als Zwölfjähriger vor 22 Jahren durch Schottland geradelt" sei und nach immer größeren Abenteuern gesucht habe, schrieb er auf Twitter. Zwischen den beiden Rekorden hatte sich der Extremsportler einem Team angeschlossen, dass 2012 in Rekordzeit über den Atlantik rudern wollte, aber nach 27 Tagen kenterte.

Wahrscheinlich werde sein Rekord nicht für immer halten, sagte Beaumont. Irgendwann werde vermutlich ein leichterer und besserer Radfahrer kommen und ihn unterbieten. "Wir werden sehen." "Aber ich werde für immer der erste sein, der es geschafft hat", unter 80 Tagen zu bleiben. "Niemand erinnert sich an den Zweiten auf dem (Mount) Everest."