Britischer Corona-Held "Captain Tom" an Covid-19 gestorben

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Tom Moore bei seiner Feier zum 100. Geburtstag

Der durch eine Spenden-Sammelaktion zum Corona-Helden aufgestiegene britische Weltkriegsveteran Tom Moore ist an Covid-19 gestorben. Das teilte die Familie des 100-Jährigen am Dienstag mit. "Captain Tom" war über die Grenzen des Königreiches bekannt geworden, weil er auf seinen Rollator gestützt eine Millionensumme an Spenden für den britischen Gesundheitsdienst NHS einwarb. Premierminister Boris Johnson würdigte ihn als "Hoffnungsträger für die ganze Welt".

"Captain Tom" war an einer Lungenentzündung erkrankt und in dem Zusammenhang positiv auf das Coronavirus getestet worden. Am Sonntag wurde er ins Krankenhaus gebracht, nun ist er gestorben. Seine Töchter Hannah Ingram-Moore and Lucy Teixeira haben nach eigenen Angaben "die letzten Stunden mit ihm verbracht". Das letzte Lebensjahr ihres Vaters sei einfach außergewöhnlich gewesen. "Er war verjüngt und hat Dinge erlebt, die er sich nicht habe erträumen können."

Premierminister Johnson ordnete nach eigenen Angaben an, dass die britische Flagge vor seinem Regierungssitz in London auf Halbmast gesetzt wird, um Moore zu ehren. "Er war nicht nur eine nationale Inspiration, sondern ein Hoffnungsträger für die ganze Welt."

Moore hatte sich vorgenommen, bis zu seinem 100. Geburtstag im April 2020 hundert Mal mit seinem Rollator seinen Garten abzuschreiten und sich dafür sponsern zu lassen. Er hoffte, auf diese Art tausend Pfund zusammenzubekommen - doch die Aktion fand so großen Zuspruch, dass Moore schließlich 33 Millionen Pfund (gut 36 Millionen Euro) für den nationalen Gesundheitsdienst NHS sammelte.

Mit der Aktion wurde der Senior zu einer nationalen Berühmtheit in Großbritannien. Das Militär ernannte ihn zum "Ehren-Oberst", im Juli wurde er von Königin Elizabeth II. zum Ritter geschlagen.

jes/cp