Britischer Außenminister Johnson vergleicht Maori-Begrüßungsritual mit Kopfstoß

Der britische Außenminister Boris Johnson ist zu Beginn seines zweitägigen Neuseeland-Besuchs ins Fettnäpfchen getreten. Die Maori-Begrüßung verglich er mit einem Kopfstoß

Der britische Außenminister Boris Johnson ist seinem Ruf als Elefant im Porzellanladen wieder einmal gerecht geworden. Zu Beginn seines Besuchs in Neuseeland verglich er am Montag das Begrüßungsritual der einheimischen Minderheit der Maori mit einem Kopfstoß (Headbutt). Zu zweifelhafter Berühmtheit gelangte der Kopfstoß des französischen Ex-Fußballnationalspielers Zinédine Zidane gegen den Italiener Marco Materazzi im WM-Finale 2006 in Berlin.

Die Maori, das indigene Volk Neuseelands, schütteln sich beim Hongi dagegen die Hände, neigen den Kopf nach vorne, berühren sich mit der Stirn und drücken dann sanft die Nasen gegeneinander. Das Ritual soll den Atem des Lebens symbolisieren.

Johnson dankte bei einer Begegnung mit Maori-Führern in der im vergangenen Jahr von einem verheerenden Erdbeben heimgesuchten Stadt Kaikoura auf der Südinsel für die Vorführung des Hongi. Allerdings könne es in einem Glasgower Pub "missverstanden" werden, witzelte der konservative Politiker.

Johnson verwies zudem darauf, dass in den als Marae bekannten Begegnungs- und Zeremonienstätten der Maori Frauen seit alters her Führungspositionen innehätten - "so wie bei uns Zuhause". Damit spielte er auf seinen Boss an, die britische Premierministerin Theresa May.

Während Johnsons zweitägiger Neuseeland-Visite, stehen außenpolitische Themen, Fragen der internationalen Sicherheit und der Handelsbeziehungen im Vordergrund.

Diplomatie ist nicht unbedingt die Stärke des ehemaligen Londoner Bürgermeisters. Während der Brexit-Kampagne verglich er die Europäische Union mit Nazi-Deutschland. Und 2007 bezeichnete er die spätere US-Außenministerin Hillary Clinton als "sadistische Krankenschwester in einer psychiatrischen Anstalt".