Britische Studie zeigt: Frauen im gebärfähigen Alter werden auf dem Arbeitsmarkt diskriminiert

Nina Baum
Freie Autorin für Yahoo Style
Kind und Karriere – in der Realität für viele Frauen immer noch ein unüberbrückbares Hindernis bei der Jobsuche. (Bild: People Images/Getty Images)


Eine britische Studie belegt, wie massiv die Geschlechterdiskriminierung bei der Personalrekrutierung ist.

Wie eine Untersuchung der Anwaltsfirma „Slater and Gordon“ belegt, ziehen Unternehmen im Einstellungsprozess Männer vor und benachteiligen Frauen, von denen sie der Meinung sind, dass sie „bald eine Familie gründen könnten“. Außerdem seien laut den Studienergebnissen viele Vorgesetzte der Meinung, das Muttersein beeinflusse das Arbeitsergebnis ihrer weiblichen Angestellten.

Rund 501 britische Manager von klein- und mittelständische Unternehmen wurden in der Studie befragt. Davon gaben 28 Prozent an, dass sie es vermeiden, Frauen anzustellen, die kürzlich ihre Verlobung oder ihre Hochzeit feierten. Fast genauso viele gaben an, dass dies auch für Frauen mit Kleinkindern gelte. 15 Prozent gaben zu, bei der Personalrekrutierung das Antidiskriminierungsgesetz gebrochen zu haben. „Das ganze Ausmaß des Problems ist ein großer Grund zur Sorge“, erklärt die „Slater and Gordon“-Anwältin Remziye Ozcan. „Frauen könnten zwar den Verdacht haben, bei Jobinterviews diskriminiert worden zu sein, werden es aber in vielen Fällen nie sicher wissen.“


„‚Wenn Sie glauben, dass Ihnen am Arbeitsplatz ein Fall von Mutterschafts-Diskriminierung widerfahren ist, ist es wichtig, zu wissen, was Ihre Optionen sind und wo Sie stehen. Es ist eine gute Idee, sich Notizen zu machen oder ein Tagebuch darüber zu führen, was Ihnen passiert ist, sodass Sie die Schlüsselfakten und Zeugen als Beweis haben’, erklärt die Anwältin @RemziyeOzcanLaw“

40 Prozent der befragten Unternehmensmanager finden, dass Männer generell mehr Engagement in ihrem Job zeigen als Frauen. 37 Prozent gaben an, dass sie bei Bewerbungen ausschließlich nach männlichen Angestellten suchen würden, wenn das Gesetz dies erlaube. „Die Untersuchung zeigt, dass es sich hierbei nicht um Paranoia handelt, sondern dass Vorurteile und Diskriminierung im Arbeitsbereich noch immer tief verwurzelt sind und Frauen dies jeden Tag erleben müssen.“

Die Ergebnisse der Studie decken sich weitgehend mit einer separaten Studie der Equality and Human Rights Commission, die ebenfalls dieses Jahr durchgeführt wurde. Demnach sollen rund 60 Prozent dem Irrglauben aufsitzen, dass Frauen eine Schwangerschaft zum Zeitpunkt der Bewerbung deklarieren müssen. Ein Drittel der Befragten denkt zudem, dass es in Ordnung sei, beim Bewerbungsprozess Frauen nach ihren Kinderplänen zu fragen.

„Diese Diskriminierung betrifft Frauen im Allgemeinen – sowohl die, die gar keine Kinder planen, als auch die, die bereits welche haben – weil es um Haltungen und Klischees über Frauen im Allgemeinen geht“, so Ozcan. „Es müssen große Veränderungen passieren, bevor Frauen das Gefühl haben, dass sie nicht dafür bestraft werden, dass sie sowohl Kinder als auch eine Karriere haben wollen.“

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