Britische Regierung gespalten über schärfere Maßnahmen gegen Omikron

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LONDON (dpa-AFX) - Die Debatte über strengere Corona-Regeln im Kampf gegen Omikron spaltet Berichten zufolge die britische Regierung. Ohne schärfere Maßnahmen drohen dem britischen Expertenrat Sage zufolge allein in England 3000 Krankenhauseinweisungen pro Tag und die Überlastung des Gesundheitssystems. Mehrere Regierungsmitglieder, darunter Finanzminister Rishi Sunak, zweifeln jedoch laut "Times" (Montag) die wissenschaftlichen Prognosen an und sprechen sich gegen deutlich striktere Maßnahmen aus.

Angesichts der rasanten Ausbreitung der Omikron-Variante scheint es unausweichlich, dass zeitnah nachgeschärft werden muss. Doch um das Wann und Wie wird noch gerungen. Die möglichen Optionen reichen von Empfehlungen, Kontakte zu beschränken, über Obergrenzen für private Treffen und Sperrstunden bis hin zum kompletten Lockdown. Mehrere Minister wollten in Interviews zuletzt nicht mehr ausschließen, dass noch vor Weihnachten Verschärfungen kommen könnten.

Premierminister Boris Johnson mangelt es derzeit an politischer und moralischer Autorität, um Maßnahmen konsequent durchzusetzen. Einerseits rebellierten erst kürzlich bei einer vergleichsweise moderaten Verschärfung schon fast 100 Abgeordnete seiner eigenen Partei, weil sie die Einführung von 3-G-Nachweisen für Clubs und Großveranstaltungen als Eingriff in britische Freiheiten ansehen. Andererseits steht Johnson wegen mehrerer mutmaßlicher Lockdown-Partys in der Downing Street in der Kritik.

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