Britische Finanz-Lobby warnt vor Folgen schleppender Brexit-Gespräche

dpa-AFX

LONDON (dpa-AFX) - Der Stillstand bei den Brexit-Gesprächen könnte die britische Finanzwirtschaft einem Branchenverband zufolge teuer zu stehen kommen. Grund dafür sei, dass die Unternehmen ihre Pläne für einen ungeregelten EU-Austritt des Landes nicht länger aufschieben können.

Der Verband der britischen Finanzunternehmen TheCityUk schätzt, dass der Branche in Großbritannien Einnahmen von bis zu 22,5 Milliarden Euro (20 Milliarden Pfund) entgehen, sollten sich London und Brüssel nicht auf ein Abkommen über die künftigen Handelsbeziehungen einigen können. Zudem seien bis zu 75 000 Jobs in Gefahr. Diese Folgen würden auch durch ein Abkommen mit ähnlichem Marktzugang wie bisher nur minimal abgemildert, sollten sich beide Seiten nicht spätestens im ersten Quartal 2018 auf eine Übergangslösung geeinigt haben.

Im März 2019 wird Großbritannien aus der EU ausscheiden. Die Finanzunternehmen haben dafür längst Pläne in der Schublade. Im schlimmsten Fall müssten sie Tausende Mitarbeiter an Standorte innerhalb der EU verschieben und teilweise Lizenzen für den Europäischen Binnenmarkt erwerben.

Noch hoffen die Unternehmen, dass dies nicht notwendig sein wird. Doch bald lassen sich die Pläne TheCityUK zufolge nicht mehr aufschieben. Und einmal angestoßen, ließen sich Maßnahmen nicht mehr rückgängig machen, heißt es in dem Bericht.