Britain First: Rechtsextreme Gruppierung feiert Donald Trump

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Britain First: Rechtsextreme Gruppierung feiert Donald Trump
Donald Trump hat sich bereits häufig abfällig über Muslime und Immigranten geäußert. (Bild: AP Photo)

Nachdem er drei ihrer antimuslimischen Videos retweetet hat, loben britische Rechtsextreme den US-Präsidenten und hoffen auf weitere Unterstützung.

Die britische Rechtsextreme scheint einen neuen Helden in Donald Trump gefunden zu haben: Nachdem der US-Präsident am Mittwoch drei nicht verifizierte, antimuslimische Videos von Britain-First-Chefin Jayda Fransen retweetet hatte, machte die Gruppierung ihn kurzerhand zum Titelbild ihrer Facebook-Seite. Wer sich ihr Profil anschaut, wird nun von einem Foto des grinsenden 72-Jährigen empfangen, im Hintergrund sind Anhänger mit Schildern zu sehen, auf denen „Die stille Mehrheit steht hinter Donald Trump“ steht.

Jayda Fransen, die Vorsitzende der Gruppierung Britain First („Britannien zuerst“), die sich nach eigenen Angaben für die Verteidigung christlicher und britischer Werte einsetzt, wandte sich kurz darauf persönlich in einem Video-Appell an den US-Präsidenten. Die 31-Jährige muss sich im Dezember vor Gericht verantworten, da sie sich während einer Rede in Belfast „bedrohlich, beleidigend oder abwertend“ über den Islam geäußert habe, wie der „Independent“ berichtet.

„Ich möchte zuerst sagen, wie erfreut ich bin, dass Sie sich als Anführer der freien Welt die Zeit genommen haben, heute drei meiner Videos auf Twitter zu teilen“, eröffnet Fransen ihre Ansprache. „Sie werfen ein Licht auf meine Notlage hier in Großbritannien. Mir droht eine Gefängnisstrafe, weil ich in einer Rede den Islam kritisiert habe. Das ist der Beweis dafür, dass Britannien Scharia-konform geworden ist und unsere Führungsschicht eine Gesetzgebung eingeführt hat, die Blasphemie-Gesetze hier im Vereinigten Königreich festsetzt.“

Die Gruppierung Britain First um Jayda Fransen (Mitte) machte bisher vor allem mit Anti-Islam-Märschen auf sich aufmerksam. (Bild: Getty Images)

Fransen erhofft sich nun auf Basis der Verteidigung der Redefreiheit ein Eingreifen von Donald Trump in den Prozess gegen sie, der am 14. Dezember beginnen soll. Der US-Präsident hat sich zu der Anfrage noch nicht geäußert.

Trumps Verbreitung der antimuslimischen Videos mit den Titeln „Islamistischer Mob schubst Teenager von Dach und prügelt ihn zu Tode“, „Muslim zerstört eine Statue der Jungfrau Maria“ und „Muslimischer Migrant verprügelt niederländischen Jungen auf Krücken“ wurde international scharf kritisiert. Ein Sprecher der britischen Premierministerin Theresa May nannte es einen Fehler, hasserfüllte Inhalte zu teilen, die „mit Lügen hausieren gehen und Spannungen schüren“.

Die Authentizität der geteilten Videos ist äußerst umstritten. Die niederländische Botschaft erklärte bereits, dass der angebliche „muslimische Migrant“ aus einem der Gewalt-Videos in den Niederlanden geboren wurde und nach niederländischem Gesetz für seine Tat bestraft wurde.


Das Weiße Haus verteidigte die nicht verifizierten, islamophoben Videos. „Die Bedrohung ist real, die Bedrohung muss angesprochen und diskutiert werden – und das ist es, was der Präsident tut“, erklärte Pressesprecherin Sarah Huckabee Sanders in einer Pressekonferenz. Es gehe darum, eine hohe Grenz- und nationale Sicherheit zu fördern, unabhängig davon, ob die Videos echt seien oder nicht.