Brisante Aussagen von Piqué geleakt

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Brisante Aussagen von Piqué geleakt
Brisante Aussagen von Piqué geleakt

Die Schlagzeile, dass Gerard Piqué für die Austragung des spanischen Supercups in Saudi-Arabien Millionen an Euro kassiert haben soll - allerdings inoffiziell - sorgte auf der iberischen Halbinsel dieser Tage für große Empörung.

Die Supercopa de Espana wird seit 2019 nicht mehr in Spanien ausgetragen, sondern auf der arabischen Halbinsel. Zudem wurde das Format geändert: Bis 2017 spielten Meister und der Pokalsieger noch in einem Hin- und Rückspiel in den Stadien der Finalisten den Titel aus.

Seit Februar 2019 machen vier Teams in Saudi-Arabien den Titel unter sich aus, darunter die zwei Pokalfinalisten sowie die zwei bestplatzierten Teams der spanischen La Liga, die nicht den Einzug ins Pokalfinale geschafft haben - und zwar im K.o.-System. (DATEN: Die Tabelle von La Liga)

Was damals bei den spanischen Anhängern für Entrüstung sorgte, entpuppt sich heute als handfester Skandal: Es soll um Millionen-Gelder gehen - und Barca-Star Piqué hat angeblich seine Finger mit im Spiel.

Wie El Confidencial berichtet, soll der Katalane der Kopf des Ganzen sein, der den Stein ins Rollen brachte. Die spanischsprachige digitale Zeitung, die auf wirtschaftliche, finanzielle und politische Nachrichten spezialisiert ist, hat dem Bericht zufolge Audio-Dateien und Textnachrichten zwischen Piqué und Luis Rubiales, Präsident des spanischen Fußballverbandes (RFEF), vorliegen.

Piqués unrühmliche Rolle als Strippenzieher im Saudi-Skandal

Der ursprüngliche Plan der RFEF sah vor, den spanischen Supercup in Madrid oder Barcelona im neuen Format durchzuführen. Doch Piqué hatte andere Pläne und wollte das Event ins Ausland verlagern, um mit den Namen der Vorzeigeklubs Real Madrid und FC Barcelona so viel Geld herauszuschlagen wie nur möglich.

Dafür soll der spanische Welt- und Europameister mit seiner eigenen Agentur KOSMOS über sechs Jahre stolze 24 Millionen Euro einstreichen. So lange wird die Supercopa nämlich in Saudi-Arabien veranstaltet. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan von La Liga)

Auch der spanische Fußball-Verband sahnt kräftig ab: 40 Millionen Euro fließen wohl pro Austragung in die Kassen. Diese Summen werden allerdings nicht direkt gezahlt, sondern über Dritte.

Denn der offizielle Deal beträgt „nur“ 25 Millionen pro Jahr. Allerdings ist auch allem Anschein nach nicht alles korrekt über die Bühne gegangen, wie aus einer Nachricht von Piqué an RFEF-Präsident Rubiales zu entnehmen ist.

„Schau, Rubi, wenn Real Madrid nicht unter acht Millionen Euro geht, mein Gott, dann zahlen die Saudis halt acht Millionen an Real und acht an Barcelona. Den anderen zwei Teilnehmern zahlen sie dann zwei und eine Million... Dann bleiben noch sechs für den Verband. Wenn wir ihnen sagen, dass Real für unter acht Millionen nicht mitmacht, dann müssen sie nachgeben. Lass uns die Saudis ausquetschen“, wird Piqué zitiert.

Spanischer Fußball-Verband RFEF verschweigt Provisionen

Das lukrative Geschäft mit Saudi-Arabien stand im August 2019 kurz vor dem Abschluss, als plötzlich pikante Details des Deals erstmals enthüllt wurden und die spanische Bevölkerung an Rubiales‘ Gebaren zweifeln ließ. (NEWS: Alle aktuellen Infos zu La Liga)

Piqué jedoch ermutigte ihn, es durchzuziehen: „Rubi, ich verstehe deine Probleme sehr gut. Aber denk mal nach: Jeder weiß, dass du nach Saudi-Arabien gehen wolltest. Wenn du jetzt umkehrst, werden sie es gegen dich verwenden. Sie werden sagen, dass sie dich erwischt haben und du so zugibst, etwas Falsches getan zu haben.“

Worte, die wohl ihre Wirkung zeigten: Im folgenden September unterzeichnete die RFEF den Vertrag mit der saudischen Firma Sela, einer Organisation für Event-Management. Kurz danach betonte Rubiales auf einer Pressekonferenz, der Verband habe „weder Piqué noch einem anderen Spieler eine Provision bezahlt“.

Richtig, der spanische Verband nicht. Dafür aber die Saudis. Doch das verschwieg der Verbandspräsident, obgleich er in der Nacht des Vertragsabschlusses am 15. September 2019 folgende Sprachnachricht an Piqué geschickt hatte: „Gratuliere Geri. Und dabei meine ich nicht dein gestriges Tor. Es ist jetzt nach Mitternacht, damit ist der Deal mit den Saudis fix durch. Ich schicke dir eine Umarmung, danke für alles und melde dich, wenn du irgendetwas brauchen solltest.“

Verärgerter Piqué: „Alles, was wir getan haben, ist legal“

Trotz der enthüllten Audio-Dateien und Textnachrichten will der Barca-Star auch heute von einem Skandal nichts wissen und erklärte nun verärgert auf seinem Twitch-Kanal: „Alles, was wir getan haben, ist legal. Ich werde meine Rolle in dem Interessenkonflikt offenlegen, ich möchte mein Gesicht zeigen, weil ich nichts zu verbergen habe. Ich bin stolz auf das, was wir bei KOSMOS tun“, sagte Piqué.

Er nahm noch mal ausführlich Stellung zu den vorgebrachten Vorwürfen: „Wir wollten das Format des Wettbewerbs ändern und ihn für die Zuschauer interessanter machen. Das hat Auswirkungen auf die Einnahmen. Dem Präsidenten gefiel die Idee sehr gut. Ich habe dem Verband eine Chance geboten. Vor dem Format-Wechsel hat er 120.000 Euro mit dem Wettbewerb verdient, nach der Bewegung 40 Millionen Euro.“

Darüber hinaus sei für den 35-Jährigen klar, dass die Provision, die seine Agentur nach dem Abschluss des Deals erhalten habe, den weltweit üblichen Gebühren von Agenturen für ein Management dieser Art entspreche und er sich deshalb für nichts entschuldigen müsse. Laut Piqué bewege sich seine Provision „zwischen zehn und 15 Prozent“.

Zur Seite sprang dem Barca-Star selbstredend auch der spanische Verband und beklagte, dass die neuerlichen Enthüllungen „illegal und in eindeutig krimineller Absicht“ beschafft wurden und „nichts Neues zu dem, was 2019 veröffentlicht wurde“ beinhalten. Der RFEF werde den „Diebstahl“ alsbald zur Anzeige bringen.

Das letzte Wort scheint hier noch nicht gesprochen. Denn in den spanischen Medien wird hitzig diskutiert, wie ein noch aktiver Fußball-Profi maßgeblich in operative Geschäfte des spanischen Fußball-Verbandes involviert sein kann.

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