Brief an Schriftsteller: Diese Absage aus dem Jahr 1928 tut heute noch weh

Manche Verleger reagieren harsch auf eingesandte Manuskripte. (Bild: ddp Images)

Ablehnungen gehören zur Laufbahn eines jeden erfolgreichen Schriftstellers. Meistens fallen diese recht nichtssagend und harmlos aus. Doch vor rund 90 Jahren erhielt ein neuseeländischer Autor eine gepfefferte Antwort, nachdem er Gedichte an einen Verleger geschickt hatte.

Viele Bestsellerautoren mussten zu Beginn ihrer Laufbahn als Schriftsteller dutzende, wenn nicht gar hunderte Absagen einstecken. Ob Stephen King, Dean Koontz oder J.K. Rowling – sie alle mussten lernen, mit Ablehnung umzugehen, sonst wären sie nicht da gelandet, wo sie heute sind. Ein Dichter, den heute praktisch niemand kennt, bekam einst eine besonders harte Ansage: F.C. Meyer.

Im Jahre 1928 hat der gebürtige Schweizer, der damals im neuseeländischen Wellington lebte, eines seiner Gedichte an den renommierten Verlag Angus & Robertson geschickt. Dort war man aber gar nicht so erfreut über die Poesie des unbekannten Schreiberlings. In einem Antwortbrief, den der Twitter-Account „Letters of Note“ nun veröffentlichte, gab man Meyer auf unmissverständliche Art zu verstehen, dass er ein Stümper sei.


„Sehr geehrter Herr“, heißt es in dem Brief, „nein, sie dürfen uns ihre Verse nicht zusenden, und wir werden Ihnen keine Namen von anderen Verlegern nennen. Wir hassen keinen unserer Konkurrenten ausreichend genug, um Sie zu ermuntern, ihm diese zuzusenden. Die Gedichtprobe ist einfach schrecklich. Im Grunde haben wir noch nie etwas Schlimmeres gesehen. Hochachtungsvoll, Angus & Robertson Ltd.“

99 Prozent aller angehenden Autoren hätten nach einer derart vernichtenden Antwort wohl ihre Ambitionen aufgegeben. Nicht aber F.C. Meyer. Unverwüstlich schrieb der Hobby-Dichter, über den heute praktisch nichts bekannt ist, weiter an seinen Gedichten. „Letters of Note“ veröffentlichte das Cover eines seiner Bücher und schrieb dazu: „Unglaublich, sieht aus, als hätte F.C. Meyer nach diesem Schlag in die Magengrube nicht aufgegeben.“


Das Büchlein trägt den Titel: „Juwelen von Bergen und Schneegrenzen von Neuseeland“. Eine Twitter-Userin hat einen alten Artikel des „New Zealand Herald“ ausgegraben, wonach F.C. Meyer sechs Jahre nach dieser Absage begonnen haben soll, seine Werke im Eigenverlag herauszugeben.


Vielleicht geht die Wiederentdeckung dieses vergessenen Autoren ja nun mit einer Neuauflage einher – diesmal dann aber bei einem etablierten Verlag.

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