Brief an Partei: So erklärt Robert Habeck, warum er als Kanzlerkandidat verzichtet und Baerbock es machen soll

Christiane Rebhan
·Lesedauer: 1 Min.

Seit diesem Montag, kurz vor 11 Uhr ist klar: Die Grünen haben sich für Annalena Baerbock als Kanzlerkandidatin entschieden. In eine Brief wendet sich der unterlegene Bundesvorsitzende, Robert Habeck, an die Parteimitglieder der Grünen und erklärt, wieso er auf die Kanzlerkandidatur verzichtet. Das Schreiben liegt Business Insider vor.

Habeck drückt seine Freude darüber aus, wie gut die Grünen aktuell in den Umfragen dastehen (um die 20 Prozent) und schreibt: "Dabei ist eine paradoxe Situation entstanden: Das, was uns erfolgreich gemacht hat – das gleichberechtigte Zusammenspiel – hat dazu geführt, dass am Ende eine oder einer zurücktreten muss." In diesem Fall eben er.

Der Brief von Robert Habeck an die Grünen Parteimitglieder.
Der Brief von Robert Habeck an die Grünen Parteimitglieder.

Annalena Baerbock sei "eine energische, willensstarke Frau, mit einem klaren politischen Kompass", schreibt Habeck weiter. Die Grünen-Spitzenkandidatin könne "hart in der Sache kämpfen und ist getrieben von dem Verlangen, die Welt zu verändern. Sie bringt die Leidenschaft und – ich würde sagen – Opferbereitschaft mit, diesem Amt alles unterzuordnen". Deshalb solle Baerbock Kanzlerkandidatin werden.

In Habecks Schreiben schwingt mit, was der Kandidatin nun abverlangt wird: Sie steht nun im vollen Fokus der Öffentlichkeit. Möglicherweise drückt der Grüne-Bundesvorsitzende auch aus, dass er am Ende doch nicht bereit gewesen ist, das auf sich zu nehmen.

Was Baerbock von vielen Seiten zum Vorwurf gemacht wird: Die 40-Jährige Bundesvorsitzende hat noch keine Regierungserfahrung vorzuweisen. Hier bietet Habeck seine Unterstützung an: Seine "operative Regierungserfahrung und das Wissen aus den in verschiedenen Koalitionen verhandelten Verträgen" will er nutzen, um die "inhaltliche Vorbereitung der Koalitionsverhandlungen und einer möglichen Regierungsbeteiligung voranzubringen".