Brexit: Nervosität auf der irischen Insel steigt

Bilder aus dem nordirischen Belfast. Die Brexit-Verhandlungen haben die Lage in der einstigen Unruheprovinz praktisch über Nacht wieder auf die internationale Agenda gebracht.

Sehr zum Leidwesen auch der Regierung in Dublin.

Die Briten müssten glaubwürdige Lösungen dafür anbieten, wie künftig das für den Frieden auf der Insel so wichtige Karfreitagsabkommen weiter Bestand haben und wie künftig die gemeinsame Grenze aussehen solle, sagt der irische Aussenminister .

Bislang bleibe London jede Antwort schuldig.

Die offene Grenze zwischen Irland und Nordirland hat in den vergangenen Jahren die Wirtschaft florieren und die Menschen zusammen wachsen lassen. All dies wird nun durch Brexit bedroht.

Unternehmen wie das dieses Geflügelfarmers haben die Unsicherheit schon zu spüren bekommen.

Man habe mit Kunden schon Preiskorrekturen diskutieren müssen, da knapp die Hälfte des Umsatz auf der britischen Hauptinsel erzielt werde. Zudem seien die Züchter des Unternehmens auf beiden Seiten der Grenze angesiedelt. Seit dem Brexit-Beschluss müsse man sich aber verstärkt auf die Republik Irland konzentrieren.

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Das hätte Nachteile etwa für die nordirische Grenzregion um Derry, auch Londonderry, einst einer der Brennpunkte im Nordirland-Konflikt. Hier sind die Narben der Vergangenheit immer noch sichtbar.

“Hier wurde einige Jahre nach der Unterzeichnung des Karfreitagsabkommens die Friedensbrücke gebaut, um die Versöhnung zwischen beiden Inselteilen zu symbolisieren.

Damals konnte niemand den Brexit vorhersagen. Heute befürchten die Menschen die Rückkehr zu einstigen Verhältnissen, wenn eine künftige harte Grenze Spaltung statt Gemeinsamkeit betont.”

Sean, 40 Jahre alt, teilt diese Befürchtungen .

Er könne sich noch gut an an das Leben mit einer harten Grenze erinnern, sagt er. Er hoffe inständig, dass diese Situation nicht wieder entstehe. Andernfalls könnten im Norden wirtschaftlich die Lichter ausgehen.

Die Spannung auf der Insel – sie steigt derzeit spürbar.