Brexit: London verliert zwei EU-Behörden

Nach dem Brexit verlegen die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) sowie die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) ihren Sitz aus dem britischen Königreich in andere EU-Länder.

Die EU hat als neuen Standort der EBA Paris auserkoren. Die Entscheidung fiel in einem zweiten Losgang, nachdem zuvor drei Abstimmungsrunden keinen Sieger hervorgebracht hatten.

Über 1000 Beschäftigte arbeiten für die EBA und die EMA.

Auch die Abstimmung über den neuen Standort der EMA endete unentschieden, bevor in einem Losverfahren Amsterdam gegen Mailand das Rennen machte. Die Stadt wird nun ein Knotenpunkt für die europäische Medizin-Industrie. Das Ergebnis wurde von europäischen Pharma-Gremien begrüßt. Insgesamt hatten sich 19 Städte darum beworben, neuer Standort der Agentur zu werden, die Prestige und wirtschaftlichen Aufschwung verspricht.

Deutschland ist damit mit seinen Bewerbungen um den Sitz einer weiteren EU-Behörde gescheitert. Nach der Kandidatur von Bonn für die Arzneimittelagentur EMA war auch die von Frankfurt am Main, Sitz der Europäischen Zentralbank und eines der Hauptfinanzzentren der EU, für den Standort der Bankenaufsicht EBA bereits in einem früheren Wahlgang ausgeschieden.

Etwa 10.000 Stellen im Finanzbereich werden in den nächsten Jahren aus Großbritannien abgezogen oder im Ausland neu geschaffen, falls dem Vereinigten Königreich der Zugang zum EU-Binnenmarkt verwehrt wird, so eine Reuters-Umfrage von September.

Der Finanzdienstleistungssektor macht 12% der britischen Wirtschaftsleistung aus und zahlt mehr Steuern als jede andere Industrie.