Brexit könnte britische Finanzbranche auf einen Schlag 10.000 Jobs kosten

EU-Flagge und Union Jack vor der EU-Kommission

Beim EU-Austritt Großbritanniens könnten nach Einschätzung der Bank of England auf einen Schlag 10.000 Jobs in der britischen Finanzbranche an andere Länder verloren verloren gehen. Diese Zahl nannte der Leiter der Finanzmarktaufsicht der britischen Zentralbank, Sam Woods, am Mittwoch vor einem Parlamentsausschuss des Oberhauses. Angesichts der Größe des britischen Finanzsektors sei dies aber eine vergleichweise kleine Zahl, die weniger als einem Prozent aller Jobs der Branche entspreche.

Die Bank of England hatte britische Finanzfirmen im April damit beauftragt, Notfallpläne für den Fall anzufertigen, dass es zu einem harten Brexit kommt, also zu einem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union ohne Handelsabkommen. Zudem galt für das Szenario die Annahme, dass die britischen Finanzunternehmen mit einem Austritt aus dem europäischen Binnenmarkt das Recht verlieren, ihre Produkte in der EU zu verkaufen.

Auf Grundlage dieser Daten rechnet die Bank of England mit dem sofortigen Verlust von 10.000 Arbeitsplätzen. Woods bezeichnete es aber als denkbar, dass Großbritannien nach einem Brexit längerfristig insgesamt 75.000 Finanzjobs ans Ausland verliert. Große Finanzinstitute hatten bereits angekündigt, Teile ihrer Geschäftsaktivitäten nach Frankfurt am Main, Amsterdam, Paris oder Dublin zu verlegen. Großbritannien will die Europäische Union im März 2019 verlassen und verhandelt derzeit mit der EU über die Bedingungen.