Brexit hilft deutscher Start-up-Branche - aber keine Umzugswelle

dpa-AFX

FRANKFURT/BERLIN (dpa-AFX) - Ein Jahr nach dem Brexit-Votum profitiert die deutsche Gründerbranche von Unsicherheiten um den geplanten EU-Ausstieg Großbritanniens. Zugleich bleibt eine Umzugswelle von Start-ups in die Bundesrepublik aber aus. "Wir bekommen mehr Anfragen aus Asien und den USA, die bisher London als klare Nummer eins in Europa gesehen haben", sagte Stefan Franzke, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung "Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie" der Deutschen Presse-Agentur. Deutschland gelte international als Hort der Stabilität in schwierigen Zeiten.

"Das Interesse ausländischer Arbeitskräfte an Berlin ist ungebrochen", sagte der Vorsitzende des Bundesverbands Deutsche Startups, Florian Nöll. Start-ups in Großbritannien mache nicht nur die Unsicherheit bei der Rekrutierung von Talenten zu schaffen. "Sie fragen sich auch, wo sie ihre Produkte künftig anbieten wollen - in Großbritannien oder auf dem gesamten Europäischen Binnenmarkt."

Seit dem Brexit-Votum am 23. Juni 2016 ist unklar, ob britische Firmen weiter Zugang zum Europäischen Binnenmarkt haben und EU-Ausländer ohne Hürden im Königreich arbeiten können. Umzüge von Unternehmen nach Deutschland gibt es bisher aber wenige. Übergesiedelt nach Berlin seien erst fünf Start-ups, sagt Franzke. Auch in Frankfurt, Hamburg und München verzeichnen Wirtschaftsförderungen und Gründerinitiativen kaum Effekte.