Brexit: Die EU steht einer neuen Epoche – und ist nicht darauf vorbereitet

Sebastian Christ
Emmanuel Macron im Gespräch mit Theresa May und Angela Merkel.

Vor einem Jahr, gegen Mittag, verbreiteten Nachrichtenagenturen weltweit eine Eilmeldung: Großbritannien hat den Austritt aus der Europäischen Union beantragt.

Es war die politische Antwort auf das Ergebnis des Brexit-Referendums im Juni 2016, bei dem sich eine knappe Mehrheit der Briten dafür aussprach, die EU zu verlassen.

Am 29. März 2017 leitete die britische Regierung deshalb ein Austrittsverfahren nach Artikel 50 des Vertrags über die Europäische Union ein. Was selbst damals noch für viele Menschen sehr abstrakt klang, nimmt langsam Formen an. 

Zwei Jahre hatte die britische Regierung ab dann Zeit hat, neue Verträge mit der EU auszuhandeln. Scheitern die Verhandlungen, verlieren die alten Vereinbarungen ersatzlos ihre Gültigkeit.

Die Uhr tickt für die Regierung der britischen Premierministerin Theresa May. Ein Jahr ist bereits verstrichen.

► Was dabei jedoch bisher viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommt, ist die Tatsache, dass auch für die EU selbst die Zeit rinnt. Denn der Austritt Großbritanniens ist die wohl folgenschwerste Veränderung der Europäischen Union in den vergangenen 15 Jahren.

Was sich mit dem Brexit ändert

Derzeit ist das Vereinigte Königreich mit über 65 Millionen Einwohnern das drittgrößte Land der EU. Mit dem Brexit verliert die Europäische Union ein Siebtel ihrer Bürger. Zudem ist Großbritannien auch die drittgrößte Volkswirtschaft in Europa

Touristen im Regen: Bald wird Großbritannien die EU verlassen.

Aber die EU verliert dadurch nicht nur an Bevölkerung und wirtschaftlichem Gewicht.

► Auch innerhalb der Union geraten die Gleichgewichte aus der Balance. Deutschland stellt in der Post-Brexit-EU fast ein Fünftel der Bevölkerung.

► Jeder Dritte EU-Bürger wird entweder aus Deutschland oder aus Frankreich kommen.

► Das Verhältnis der großen zu den kleinen...

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