Brexit: Druck auf May wächst

Die britische Premierministerin Theresa May hat am Dienstag ihren spanischen Amtskollegen Mariano Rajoy in der Downing Street begrüßt. Doch schon am Mittwoch wird sie in Brüssel erwartet, um die Gespräche mit der EU fortzuführen.

Sie muss sich nun um einen neuen Brexit-Deal kümmern und gleichzeitig ihre eigene Partei und ihren Hauptpartner halten, die Democratic Unionist Party.

Die hatte am Montag bekanntgegeben, sie werde keine Vereinbarung akzeptieren, die Nordirland vom Vereinigten Königreich trennen würde.

Die oppositionelle Labour-Partei fordert einen weicheren Brexit, um einen Zerfall des Vereinigten Königreichs zu vermeiden.

"Gestern traf die Vorstellung auf die harte Realität. Der Labour-Partei ist klar, dass es eine Antwort von ganz Großbritannien auf den Brexit geben muss. Also ist die Frage an die Regierung heute die folgende: Wird die Premierministerin jetzt ihre waghalsigen roten Linien überdenken und Optionen wie eine Zollunion und einen Binnenmarkt zur Verhandlung zurück an den Tisch bringen? Denn falls der Preis des Ansatzes der Premierministerin der Verfall der Union ist und das Wiederaufbrechen bitterer Klüfte in Nordirland, dann ist der Preis zu hoch" - klare Worte von Keir Starmer, Labour-Partei.

"Der Tag nach dem Scheitern des Last-Minute-Brexit-Deals ließ Brüssel zurück verhüllt in betäubender Stille: kein Kommentar, kein Interview von keinem der Hauptakteure. Das ist ein schlechtes Zeichen für die Brexit-Gespräche. Es suggeriert, dass alle Argumente hervorgebracht worden sind und es nichts mehr zu sagen gibt. Alle Augen sind wieder nach London gerichtet, ob eine weitere Frist am Freitag eingehalten wird. Theresa May muss ihr Chaos zu Hause aufräumen, aber ob sie das politische Durchhaltevermögen hat - das sei dahingestellt", berichtet Stefan Grobe von euronews Brüssel.