Brennholz statt Böller - fällt Orbáns Riesen-Feuerwerk ins Wasser?

Die ungarische Regierung will am höchsten Nationalfeiertag, dem 20. August, Europas größte Feuerwerke veranstalten lassen - doch der Plan stößt in Krisenzeiten auf immer weniger Gegenliebe. Im vergangenen Jahr hatte allein das Budapester Feuerwerk umgerechnet 30 Millionen Euro verschlungen.

Diesmal sollen für das Hauptstadt-Spektakel mit 40 000 Feuerwerkskörpern auf vier Kilometern längs der Donau über vier Millionen Euro investiert werden.

Dagegen haben sich bereits knapp 190 000 Unterzeichner einer Petition der Wochenzeitung "The Voice" ausgesprochen. Es ist nur eine von mehreren Anti-Feuerwerksinitiativen. Der Budapester Bürgermeister Gergely Karácsony schrieb über Facebook, er würde gerne das Feuerwerk absagen, könne es aber nicht.

Ähnlich ablehnend ist die Feuerwerks-Stimmung auch in der Stadt Szeged. Dort meinte eine Passantin: "Das Geld sollte nicht für Feuerwerkskörper verschwendet werden. Ich denke, es ist eine gute Idee, dass sie Brennholz für die Armen kaufen, und es wäre gut, Familien zu unterstützen."

Abstimmung über Feuerwerk in Hódmezővásárhely

In den Städten Hódmezővásárhely und Százhalombatta wurden Abstimmungen über das Feuerwerk organisiert. In Hódmezővásárhely sprachen sich 460 von 500 Abstimmenden gegen das Feuerwerk aus.

Der stellvertretende Bürgermeister, Ferenc Gyöngyösi, erläuterte das Verfahren: "Es gab einen Stimmzettel in der Lokalzeitung. Urnen wurden an verschiedenen Orten in der Stadt aufgestellt, im Rathaus, in Krankenhäusern und sogar in Bussen. So konnte jeder wählen, ob er ein Feuerwerk wollte oder nicht."

Generell genießen Feuerwerke in Ungarn einen hohen Stellenwert, deshalb ist der aktuelle Widerstand bemerkenswert. Am 20. August gedenkt das Volk der Staatsgründung im Jahr 1000 durch König Stephan I., der 83 Jahre später heilig gesprochen wurde.

Im vergangenen Jahr fanden an dreieinhalb Tagen Hunderte Veranstaltungen an 17 Orten statt.

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