Breitscheidplatz: Diese Fehler beging die Berliner Polizei im Fall Anis Amri

Sonderermittler Bruno Jost (l) und Innensenator Andreas Geisel (SPD) stellen den Abschlussbericht im Fall Amri am 12.10.2017 in der Senatsverwaltung für Inneres und Sport in Berlin vor.

Zehn Monate nach dem islamistischen Anschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz hat der Bundesanwalt und Sonderermittler Bruno Jost am Donnerstag seinen 72 Seiten umfassenden Abschlussbericht vorgestellt. Darin wirft er den Behörden sehr viele Versäumnisse vor. Deren Arbeit bezeichnet der Sonderermittler als "unzureichend" und "fehlerhaft". Jost kommt zu dem Schluss, dass Amri "mit hoher Wahrscheinlichkeit" hätte aus dem Verkehr gezogen werden können.

Observation

Obwohl eine Genehmigung bis Ende Oktober vorlag, stellte das Landeskriminalamt Berlin die Beobachtung Amris nach nur sechs Wochen ein. Observiert wurde Amri nur an Wochentagen. An Wochenenden und an Feiertagen fand keine Beobachtung statt. Die Generalstaatsanwaltschaft wurde über die Einstellung der Observation nie unterrichtet.

Sonderbeauftragter wirft Ermittlern grobe Fehler im Fall Amri vor

Laut einem Untersuchungsbericht hätte der LKW-Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt im Dezember 2016 möglicherweise verhindert werden können.

Drogenhandel

Amri war kein kleinkrimineller Dealer, sondern betrieb gewerbsmäßigen Drogenhandel. Das hätten auch die abgehörten Telefonate ergeben. So hörten die Ermittler etwa auch Gespräche mit seiner Mutter in Tunesien ab. Amri hatte seiner Familie 1600 Euro überwiesen und 2500 Euro gespart. Zu diesem Zeitpunkt war Amri bereits abgelehnter Asylbewerber und praktisch mittellos. Zwischen Justiz und Polizei hätte aber keine Kommunikation stattgefunden, Erkenntnisse wurden nur unzureichend ausgetauscht.

Staatsanwaltschaft

Jost kritisiert auch die Berliner Generalstaatsanwaltschaft. Die Drogengeschäfte des späteren Attentäters wurden nic...

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