Sonderermittler: Hinweise auf weiteren Beteiligten an Amri-Aktenskandal

Der Attentäter Anis Amri konnte ungehindert aus Berlin flüchten

Nach rund dreimonatiger Prüfung sieht Sonderermittler Bruno Jost den Verdacht bestätigt, dass Mitarbeiter des Landeskriminalamtes die Akte des späteren Weihnachtsmarkt-Attentäters Anis Amri manipuliert haben. Darauf deute vor allem die Rückdatierung eines internen Ermittler-Dokuments hin, so Jost bei der Vorlage seines Zwischenberichts. Offenbar sei noch ein weiterer Ermittler beteiligt gewesen, wie der frühere Bundesanwalt am Montagvormittag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses bekannt gab. "Bei den bisherigen Untersuchungen habe ich bis Mittwoch vergangener Woche keine Anhaltspunkte dafür gefunden, dass sich an den genannten Manipulationen noch weitere Beamte des LKA beteiligt haben könnten", so Jost. "Inzwischen haben sich Hinweise ergeben, dass dies doch der Fall gewesen ist." Auch spreche "einiges dafür, dass die Fachaufsicht ganz oder teilweise versagt hatte." Er meine damit nicht den Polizeipräsidenten, sondern den unmittelbaren Dienstvorgesetzten, den Kommissariatsleiter. "Die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens war richtig und geboten" sagte der Sonderermittler.

Innensenator Geisel hatte Anzeige gegen Mitarbeiter erstattet.

Wie Jost bereits im Mai herausfand, wurde Amri in einem zwölfseitigen Bericht der Berliner Kriminalpolizei über die Telefonüberwachung vom 1. November 2016 noch "gewerbsmäßiger Drogenhandel" vorgeworfen. Im Januar 2017 wurden der Umfang der Akte und die Schwere der Vorwürfe von einem Kriminalpolizisten nachträglich auf vier Seiten gekürzt. Au...

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