«Braver» Familienvater gesteht jahrzehntelanges Doppelleben als Sextäter

In Nordfrankreich hat ein bislang völlig unbescholtener 57jähriger Familienvater gestanden, in den letzten 30 Jahren 19 Frauen vergewaltigt zu haben. Er lebt im Dorf Pont-sur-Sambre mit 2.500 Einwohnern. Dino S. habe bei seiner Verhaftung die Anzahl seiner Opfer auf "vierzig" geschätzt, so der Staatsanwalt von Valenciennes, Jean-Philippe Vicentini, und gesagt, "Impulse" hätten ihn zu den Verbrechen getrieben.

Vor einem Monat attackierte der Mann in Erquelines im benachbarten Belgien wieder eine Frau, konnte anhand seines Autokennzeichens ausgeforscht und festgenommen werden. Ein DNA-Abgleich ergab, dass er der Verdächtige war, den die Polizei seit 1996 gesucht hatte.

Der Staatsanwalt von Valenciennes, Jean-Philippe Vicentini

„Leider helfen DNA-Spuren nicht immer, einen Täter zu identifizieren. Wir haben ein sehr wertvolles Hilfsmittel, die nationale DNA- Datenbank. Aber wenn die DNA eines Verdächtigen nicht in der Datei ist, na ja, dann kann man ihn natürlich auch nicht identifizieren. Und offenbar hatte die festgenommene Person keine kriminelle Laufbahn, war also nicht in der nationalen Datei registriert.“

Die Attacken auf die Frauen verliefen über all die Jahre immer nach dem gleichen Muster: "Die Opfer wurden von hinten attackiert, sehr früh morgens. Er benutzte Handschuhe, vermummte sich und trug einen Hut", berichten Fahnder. Ein Ermittler sagte, dass eines seiner mutmaßlichen Opfer erst 13 Jahre alt war.

Die Justizbehörden rollen jetzt die ungeklärten Fälle in der Region aus den vergangenen Jahrzehnten auf – nicht ausgeschlossen, dass sie bis 1988 zurückgehen, so eine Polizeiquelle. In drei Wochen wird der Mann einem Untersuchungsrichter vorgeführt.