Braunkohleproteste im rheinischen Revier zum Auftakt zunächst ohne Zwischenfälle

Kohlegegner sind vorübergehend in den Tagebau Inden im rheinischen Braunkohlerevier eingedrungen. Nach Angaben der Aachener Polizei kletterten insgesamt 13 zunächst Unbekannte in dem Abbaufeld auf einen Braunkohlebagger

Im rheinischen Tagebaurevier haben Klimaschützer am Donnerstag mit ersten Protestaktionen gegen den weiteren Abbau von Braunkohle begonnen. Mehrere Aktionen, darunter eine Fahrraddemo und eine Mahnwache, verliefen nach Polizeiangaben zunächst ohne Zwischenfälle. Ein Polizeisprecher nannte die Lage am Donnerstagnachmittag "ganz ruhig". "Aus polizeilicher Sicht gibt es keine Zwischenfälle."

Klimaschützer und Umweltaktivisten wollen mit sogenannten Aktionstagen bis zum kommenden Dienstag ihrer Forderung nach einem sofortigen Kohleausstieg Nachdruck verleihen. Dazu sind in den Tagebaugebieten zwischen Aachen und Köln unter anderem eine Menschenkette, aber auch Blockadeaktionen mit insgesamt mehreren tausend Teilnehmern angekündigt. Die Braunkohleproteste sollen die größten werden, die es in Nordrhein-Westfalen jemals gab.

Das Aktionsbündnis "Ende Gelände" hatte im Vorfeld dem Tagebaubetreiber RWE ein Ultimatum für die Schließung der Fördergruben gestellt, das in der Nacht zum Donnerstag ablief. Verstreiche die Frist ungenutzt, "werden wir das übernehmen", hatte das Bündnis angekündigt.

Zahlreiche Aktivisten hatten im Vorfeld der Aktionstage zwei Klimacamps bei Erkelenz nahe dem Tagebau Garzweiler und in Kerpen-Manheim am Tagebau Hambach bezogen. Die Polizei kündigte an, bei möglichen Straftaten konsequent einzugreifen.

2015 waren Klimaaktivisten in den RWE-Tagebau Garzweiler eingedrungen, die Polizei ging damals massiv gegen die Blockierer vor. 2016 hatte es Blockadeaktionen von Kohlegegnern im Braunkohlerevier in der Lausitz gegeben.