Brandkatastrophe in Portugal: Haben die Behörden versagt?

Bei den verheerenden Waldbränden in Portugal ist offenbar doch kein Löschflugzeug abgestürzt. Der Katastrophenschutz hatte das Unglück am Dienstag gemeldet. Jetzt wurde der Absturz vom Zivilschutz in Lissabon dementiert.

Seit Samstag wüten in Zentralportugal katastrophale Waldbrände. 64 Menschen wurden getötet, knapp 160 verletzt. Die Rettungskräfte gehen davon aus, dass die Zahl der Todesopfer noch steigen wird. Viele Menschen verbrannten auf der Flucht in ihren Autos – gefangen im Flammenmeer.

Rund 2000 Feuerwehrleute haben die Brände mittlerweile größtenteils unter Kontrolle. Viele von ihnen sind seit deren Ausbruch am Samstag fast pausenlos im Einsatz und am Rande ihrer körperlichen und psychischen Kräfte.

Die schlimmste Brandkatastrophe der jüngeren Geschichte des Landes hat eine Debatte über mögliche Versäumnisse der Behörden ausgelöst. Viele kritisieren ein zu spätes Eingreifen der Rettungskräfte. Laut der Zeitung “Público” hätten die Einsatzpläne der Feuerwehr schon vor Jahren überarbeitet werden müssen. Die Abgeordneten im Parlament hätten dies allerdings “nicht als dringlich angesehen.”

La foto de los bomberos de Portugal que luchan hasta la extenuación contra el fuego https://t.co/KvnWmTFOeK pic.twitter.com/4XrqDIr5HD— Público (@publico_es) 21. Juni 2017

Dieses Foto der Zeitung “Público” zeigt völlig erschöpfte Rettungskräfte. Sie sind seit Tagen fast pausenlos im Einsatz. Jetzt wird Kritik an den Einsatzplänen der Feuerwehr laut. Sie seien von den Politikern nicht oft genug überarbeitet worden.