Brandenburgs Wirtschaftsminister: Tesla-Werk kann ganze Region attraktiver machen

Tesla-Fabrik in Shanghai im November

Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) erwartet keine Probleme bei der Fachkräftesuche für das geplante Tesla-Werk. "Ich bin optimistisch, dass junge Menschen aus ganz Deutschland und weit darüber hinaus an diesem Projekt teilnehmen möchten", sagte er dem Berliner "Tagesspiegel" vom Samstag. "Tesla kann die ganze Region attraktiver machen." In den mehrmonatigen Verhandlungen mit dem US-Elektroautohersteller, der bis zu 10.000 Arbeitsplätze schaffen will, sei es stets fair zugegangen, betonte Steinbach.

"Ich sehe uns als eine Art Beutegemeinschaft", sagte der SPD-Politiker. "Tesla will in Deutschland und Europa Autos verkaufen, wir wollen neue, zukunftsfähige Arbeitsplätze haben." Schwierig bei den Verhandlungen sei gewesen, dass sich Tesla "bestimmte Startup-Charakterzüge" erhalten habe und sich "ungern einschnüren oder einschränken" lasse.

Als Einschränkung hätten die Tesla-Manager etwa die Regeln zum Thema Fördermittel empfunden, "weil sie sich festlegen müssen und im Prozess nicht mehr viel ändern können". Dafür gebe es klare, von der EU vorgegebene, gestaffelte Fördersätze. "Für die ersten 50 Millionen Euro sind es 20 Prozent, für die nächsten 50 Millionen zehn Prozent und für alles jenseits von 100 Millionen Euro gibt es noch 6,8 Prozent", sagte Steinbach.

Bei den Ansiedlungsgesprächen habe auch der Ruf Deutschlands "in Sachen Umweltschutz und Umweltaktivisten" eine Rolle gespielt. "Vorgänge wie im Hambacher Forst werden in der ganzen Welt registriert", sagte der Wirtschaftsminister. Der Hambacher Forst an der Abraumkante des Tagebaus Hambach in Nordrhein-Westfalen wurde in den vergangenen Jahren zum Symbol des Widerstands von Klimaschützern gegen die Kohleverstromung und Schauplatz zahlreicher Protestaktionen.

Tesla-Chef Elon Musk hatte den Bau einer Großfabrik für Elektroautos in der deutschen Hauptstadtregion Mitte November angekündigt. Durch die Produktionsstätte nahe dem Ort Grünheide in Brandenburg sollen tausende Arbeitsplätze entstehen. Für den US-Elektroautobauer wäre der Bau nach den Werken in Nevada, New York und Shanghai seine vierte sogenannte Gigafactory.