Brandenburg : Wie Dietmar Woidke mit der Kreisreform in die Krise rutschte

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke

Potsdam.  Der brandenburgische Ministerpräsident ist unterwegs an diesem nebelverhangenen, regnerischen Mittwoch. Es ist früher Vormittag, als er an der ersten Station ankommt. Meyenburg in der Prignitz. Ein ziemlich unbekanntes Städtchen, weit weg von Potsdam; am äußersten nördlichen Zipfel Brandenburgs, schon fast Mecklenburg-Vorpommern. Dietmar Woidke startet hier ein neues Format, um mit den Brandenburgern ins Gespräch zu kommen – die "Zukunftstour Heimat". Einen besseren Ort hätte es nicht geben können, um die seit Monaten heftig umstrittene Kreisgebietsreform für erledigt zu erklären. Und damit womöglich seine eigene politische Zukunft zu retten.

Um die Heimat wird seit Monaten in Brandenburg gestritten. Landräte, Oberbürgermeister, die Opposition und Tausende Bürger machen gegen die von der rot-roten Regierung geplante Kreisgebietsreform mobil. "Ich habe diese Zerreißprobe in dieser Schärfe nicht erwartet", sagt Woidke an diesem Mittwoch, 135 Kilometer von der Landeshauptstadt entfernt. "Und ich bedaure zutiefst, dass einige diese Zerreißprobe für das eigene Profil geschürt und Ängste erzeugt haben." Er erklärt das wichtigste Reformvorhaben der rot-roten Landesregierung für gescheitert. Zu groß war der Widerstand auch aus seiner eigenen Partei, der SPD.

"Mit dem Koalitionspartner entschieden"

"Wir haben uns gemeinsam mit dem Koalitionspartner entschieden, die Gesetzesentwürfe zurückzuziehen", sagt Woid­ke in die Kameras der angereisten Journalisten. Er guckt dabei beinahe so wie im...

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