Brache: Neue Planung für das Hammacher-Gelände

Seit dem Jahr 1875 hatte die Stahl-Firma Huwald Hammacher von Kalk aus Schlossereien, Maschinenfabriken und Industriebetriebe im Großraum Köln mit Stahlprodukten beliefert. Von diesem einstmals blühenden Industriebetrieb, der 2002 Insolvenz anmeldete, sind jetzt nur noch Teile der Außenfassade übrig: Reste der Stahlkonstruktion eines Hallendachs und das alte, dreidimensionale Firmenlogo an der Hauswand an der Ecke von Dillenburger Straße und Rolshover Straße sind noch zu sehen.

Nach fast 15 Jahren Leerstand soll das letzte große Brachgelände in Kalk, das rund 11 000 Quadratmeter große Areal zwischen Robertstraße, Dillenburger und Rolshover Straße, nun wieder bebaut werden. Einige Investoren hatten in den vergangenen Jahren zunächst starkes Interesse gezeigt, mit der Stadtverwaltung verhandelt und waren dann doch wieder abgesprungen. Die unklare Zukunft des Geländes blockierte in der Vergangenheit auch mehrere Versuche der Kalker Bezirksvertreter, das Viertel rund um die Kalker Post neu zu ordnen. Vor zwei Jahren hatte sich die Wohnungsbaugesellschaft GAG erst im zweiten Anlauf mit der Verwaltung einigen können.

Auf Grundlage von Anregungen aus einer Bürgerversammlung wurde ein Wettbewerb mit sechs Planungs- und Architekturbüros durchgeführt, deren recht ansprechende Konzepte zum Thema "Wohnen und Leben auf einer früheren Industriebrache" nun umgesetzt werden sollen. Dabei läuft es auf eine Kombination der beiden Siegerentwürfe vom Kölner Büro Schilling Architekten sowie deren Pulheimer Kollegen von Home Architekten hinaus. "Das eine Team überzeugte von der städtebaulichen, die anderen Planer von ihren architektonischen Seite", sagte Wolfgang Tuch vom Stadtplanungsamt. Nach den Sommerferien soll der Bebauungsplan vorgestellt werden.

Vorgesehen ist eine bis zu fünfgeschossige Wohnbebauung mit rund 210 Einheiten in unterschiedlichen Formen. Das reicht von öffentlich geförderten Wohnungen und 80 Studentenappartements bis zu einem Mehrgenerationen-Projekt mit 24 Einheiten und einer Wohngruppe von 340 Quadratmetern. Der Bewohnerverein für das Mehrgenerationen-Wohnprojekt, möchte übrigens das alte Firmenschild gerne in seinem Mehrzweckraum aufhängen.

Hinzu kommen noch rund 1400 Quadratmeter gewerbliche Mietflächen, die als kleine Ladenzeile zur Rolshover Straße hin eingeplant sind. Vorgesehen sind begrünte Innenhöfe und Fahrradeinstellplätze an den Hauseingängen. Fest eingeplant ist auch eine Kindertageseinrichtung mit sechs Gruppen und ein 1500 Quadratmeter großer, öffentlicher Spielplatz. Auf Wunsch der Bürger will die Wohnungsbaufirma mit einem Car-Sharing-Unternehmen kooperieren und so vorgeschriebene Abstellplätze für Autos in einer Tiefgarage reduzieren.

Mit dem Beginn des Bauprojektes kommen auch wieder die Pläne zur Verbesserung der Verkehrssituation der Rolshover Straße auf den Tisch. Diese sind bislang nicht umgesetzt worden, da sie mit Blick auf die Bauvorhaben auf dem Huwald Hammacher Gelände sowie rund um die ehemalige Kaufhof-Filiale immer wieder zurückgestellt wurden. "Dabei ist die Rolshover Straße eine der Hauptverkehrsachsen in Kalk. Mit ihrer Zu- und Abführungsfunktion für den Straßenverkehr ist sie schon längst an ihrer Kapazitätsgrenze angekommen", sind sich die CDU-Bezirksvertreter Jürgen Schuiszill und Michael Lange einig. Die alten Pläne zur Umgestaltung der Rolshover Straße zwischen Wetzlarer Straße und Singhofener Straße sind inzwischen überholt. Sie entsprechen nicht mehr den aktuellen Anforderungen an die Verkehrssicherheit. "Die damalige Planung muss vollständig überarbeitet werden", teilte die Stadtverwaltung den Bezirksvertretern mit, dafür fehlten jedoch momentan "die personellen und die finanziellen Kapazitäten"....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta