Brüsseler Zentralbahnhof: Attentäter aus Molenbeek aber ohne Kontakte

Nach dem in letzter Minute vereitelten Terroranschlag im Brüsseler Zentralbahnhof

vom Dienstag Abend sind weitere Details über den Attentäter bekannnt geworden.

Offenbar hatte er keine Verbindung zu islamistischen Kreisen und war den Behörden nicht bekannt.

Ob er im Namen einer terroristischen Organisation gehandelt hat, blieb zunächst unklar.

Unser Terrorismusexperte Claude Moniquet erklärte:

“Wir haben Glück gehabt! Ganz offensichtlich waren wir bei der letzten Verteidigungslinie angelangt, der physischen vor Ort. Wir können aber nicht jede Schule, jede Kirche, alle öffentlichen Plätze schützen, wir müssen eine Auswahl treffen. Klar ist jedoch für mich, dass hier die Präsenz von Soldaten objektiv ihre Wirksamkeit bewiesen hat. Sie haben den Terroristen unschädlich gemacht.”

Der Täter, ein 36-jähriger Marokkaner, wohnte in Molenbeek, einem Stadtteil Brüssels, der als Islamistenhochburg gilt.

Die Bürgermeisterin von Molenbeek, Francoise Schepmans, verwies gegenüber Euronews auf die jüngsten Anti-Terror-Maßnahmen der Gemeinde:

“Wir haben bis heute über 20.000 Familien erfasst, denn es ist wichtig zu wissen, wer in Molenbeek wohnt, und unter welchen Umständen. Wir haben auch alle hier ansässigen wohltätigen, bzw. nicht-kommerziellen Organisationen durchleuchtet, das sind hier über 1.800. Diejenigen unter ihnen, die Verbindungen zu radikalen oder kriminellen Elementen haben, stehen unter besonderer Beobachtung.”

Mittlerweile muss man sich in Belgien auch beim Kauf von vorbezahlten Handynummern ausweisen. Das Nachtverbot für Polizeidurchsuchungen wurde aufgehoben.