Brüssel sagt Cyber-Angriffen auf Haushaltsgeräte den Kampf an

Die EU-Kommission will auf die immer akuter werdende Bedrohung durch Cyber-Angriffe in Europa reagieren.

Ein am Donnerstag vorgestellter Gesetzesvorschlag umfasst etwa smarte Kühlschränke und Autos, intelligente Heimtechnologie, digitales Kinderspielzeug oder auch Apps.

Dadurch sollen Verbraucher besser vor Eindringlingen in ihre Privatssphäre oder möglichem Datendiebstahl geschützt werden.

Die Gesetzesinitiative sei ein Weckruf, meinte Vize-Kommissionspräsident Margaritis Schinas. Europa habe eine Ära der Naivität hinter sich gelassen und sei jetzt stark und reaktionsbereit.

Die Antwort ist ein rechtsverbindlicher Akt, der Hersteller von Haushaltsprodukten dazu verpflichten würde, strenge Cyber-Sicherheitsregeln anzuwenden. Andernfalls drohen massive Geldbußen in Millionenhöhe. Die Idee ist, die Verbraucher zu schützen, da digitale Produkte immer mehr Teil des täglichen Lebens werden.

Wie könne der Verbraucher sicher sein, dass hinter einem Alltagsgegenstand keine böswilligen Absichten steckten?, fragte Binnenmarkt-Kommissar Thierry Breton. Verbraucherorganisationen begrüßten die Ankündigung.

Die Cyber-Gefahr gebe es in jedem Haushalt, sagte Ursula Pachl vom Europäischen Verbraucherverband. Intelligente Türschlösser, Babyphones, Spielzeug oder Waschmaschinen würden zunehmend digitalisiert und vernetzt. Dies könne ein Problem für den Haushalt sein, aber auch für die Gesellschaft insgesamt. Hacker könnten leicht Störungen in wichtiger Infrastruktur verursachen. Die Kommission habe also einen langen überfälligen Vorschlag auf den Weg gebracht.

Zustimmen müssen nun noch die Mitgliedsstaaten und das Parlament - dann kann das Cyber-Resilience-Gesetz in zwei Jahren Realität werden.