Brüssel: Geberkonferenz bewilligt "nur" 3,6 Milliarden Euro für Syrer in Not

Einen Durchbruch in der Syrienkrise hat wohl niemand erwartet, aber immerhin saßen Vertreter von rund 50 Ländern an einem Tisch: Bei der Geberkonferenz in Brüssel haben sie über die politische Situation beraten, auch Russland und die Türkei haben Vertreter entsendet.

"Ein militärischer Sieg ist zwar möglich und einige versuchen, darauf hinzuarbeiten. Aber was kommt danach?", mahnte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini. Der sogenannte Islamische Staat könnte zurückkommen, das Land würde nicht wieder aufgebaut. "Wem würden Sie das Geld dafür geben? Ist es realistisch, dass eine internationale Institution Geld an Assad gibt?"

Für das laufende Jahr haben die Teilnehmer 3,6 Milliarden Euro versprochen. Das klingt nach viel, ist aber weniger als die knapp fünf Milliarden im vergangenen Jahr. Die Organisatoren hatten um sechs Milliarden gebeten, um den 13 Millionen Syrern, die humanitäre Unterstützung benötigen, zu helfen.

"Wir planen, vier Millionen Menschen mit Nahrungsmitteln zu versorgen", so David Beasley vom Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen. "Bisher haben wir aber nicht mal genug, um drei Millionen in Syrien zu versorgen. Und das, obwohl dort sechseinhalb Millionen Menschen von ernsthafter Nahrungsmittelknappheit bedroht sind und nicht wissen, wann sie die nächste Mahlzeit bekommen. Wenn wir die notwendigen Mittel nicht bekommen, gibt es Chaos in einer sowieso schon chaotischen Region."

Euronews-Korrespondentin Isabel Marques da Silva kommentierte in Brüssel:

"Die Europäische Union hat eine wichtige Rolle bei der Organisation von humanitärer Hilfe für Syrien übernommen. Aber ihr politischer Einfluss hat noch nicht alle Akteure an einen Tisch gebracht. Die syrische Bevölkerung zahlt weiter den hohen Preis des Krieges."