Brückentage 2023: In diesen Bundesländern könnt ihr mit guter Planung bis zu 60 Tage Urlaub herausholen

2023 wird ein gutes Jahr für alle, die ihren Urlaub strecken wollen. Allerdings kommt es sehr auf die jeweilige Region an.

Mehr Urlaubstage erlauben auch mehr Reisen, unter anderem nach Kappadokien in der Türkei. - Copyright: picture alliance / Zoonar | Fokke Baarssen
Mehr Urlaubstage erlauben auch mehr Reisen, unter anderem nach Kappadokien in der Türkei. - Copyright: picture alliance / Zoonar | Fokke Baarssen

2023 wird ein passables Jahr für Brückenbauer. Laut Marktforschungsinstitut Statista haben deutsche Arbeitnehmer durchschnittlich 30 Urlaubstage im Jahr. Und wer 28 Tage davon geschickt vor, nach und zwischen den Feiertagen platziert, kann im kommenden Jahr mehrere Freizeitbrücken mit insgesamt 60 Tagen bauen, ermittelte die Fit Reisen Group.

Soweit die Theorie. In der Praxis gilt diese Rechnung allerdings nur für Bayern, Baden-Württemberg und das Saarland, den drei Bundesländern mit der höchsten Zahl an Feiertagen. Am anderen Ende der Freizeitskala steht der protestantisch geprägte Norden Deutschlands, wo Arbeitnehmer im Jahresschnitt zehn Feiertage haben – drei weniger als die Süddeutschen.

Insgesamt 20 Feiertage gibt es derzeit in Deutschland; neun davon werden in allen Bundesländern begangen. Von diesen bundeseinheitlichen Feiertagen fallen vier (Karfreitag, Ostermontag, Christi Himmelfahrt und Pfingstmontag) immer auf Werktage, sie sind damit klassische „Brückenpfeiler“.

Die restlichen fünf (Neujahr, Maifeiertag, Tag der Deutschen Einheit, erster und zweiter Weihnachtstag) gelten als „beweglich“, das heißt, sie können sowohl Wochen- als auch Wochenendtage sein. Und 2023? Da fällt nur einer der fünf beweglichen Feiertage auf das Wochenende, es war der bereits vergangene Neujahrstag.

Bundesweite Feiertage 2023 in Deutschland:

  • Neujahr: 01.01.2023 (Sonntag)

  • Karfreitag: 07.04.2023

  • Ostermontag: 10.04.2023

  • 1. Mai - Tag der Arbeit: 01.05.2023 (Montag)

  • Christi Himmelfahrt: 18.05.2023 (Donnerstag)

  • Pfingsten - Pfingstmontag: 29.05.2023 (Montag)

  • Tag der Deutschen Einheit: 03.10.2023 (Dienstag)

  • 1. Weihnachtsfeiertag: 25.12.2023 (Montag)

  • 2. Weihnachtsfeiertag: 26.12.2023 (Dienstag)

Zwölf Wochen ohne Feiertag – mit einer Ausnahme

Der zweite Feiertag des Jahres, der katholische Dreikönigstag, folgte am 6. Januar; 2023 ist es ein Freitag. Als regionaler Feiertag ist er aber nur in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt arbeitsfrei und verhilft den Arbeitnehmern dieser drei Bundesländer zu einem verlängerten Wochenende.

Am 9. Januar 2023 beginnt dann für fast alle deutschen Arbeitnehmer eine Durststrecke. Denn bis Karfreitag, dem nächsten christlichen Hochfest, liegen zwölf Kalenderwochen ohne Feiertag.

Mit einer Ausnahme: 2019 erklärte der Berliner Senat den Internationalen Frauentag (8. März) zum gesetzlichen Feiertag in der Hauptstadt; er wird in diesem Jahr an einem Mittwoch gefeiert – Berliner können sich damit unter Zuhilfenahme von vier Urlaubstagen (6.,7., 9., 10. März) eine neuntägige Auszeit nehmen.

Der Mai ist ein guter Monat für Brückentage

Zum Karfreitag (7. April) wendet sich das (Kalender-)Blatt wieder zugunsten aller Arbeitnehmer. Zusammen mit dem Ostermontag (10. April) und acht Urlaubstagen (3. bis 6. April, 11. bis 14. April) lässt sich eine 16-tägige „Freibrücke“ bauen.

Ein Tipp für alle Brandenburger: Als einziges deutsches Bundesland behandelt Brandenburg den Ostersonntag explizit als Feiertag – wer also am 9. April arbeiten muss, hat Anspruch auf einen Ersatzruhetag. Das Ganze wiederholt sich dann am Pfingstsonntag (28. Mai) – auch er steht einzig in Brandenburg unter besonderem Feiertagsschutz.

Überhaupt ist der Mai ein Wonnemonat für Brückenbauer. So ist der Tag der Arbeit (1. Mai) ein Montag. Dann folgt der Himmelfahrtstag (18. Mai), der immer ein Donnerstag ist; wer den nachfolgenden Freitag (19. Mai) Urlaub nimmt, hat vier freie Tage – es ist der Klassiker unter den alljährlichen Freizeitbrücken.

Sehr beliebt ist auch der „Brückenschlag“ von Christi Himmelfahrt auf Pfingstmontag (29. Mai) mit zwölf freien Tagen am Stück – vorausgesetzt der 19. sowie der 22., 23., 24., 25. und 26. Mai werden als Urlaubstage genehmigt.

Bayern hat die meisten Feiertage

Dann geht es mit Fronleichnam weiter, ein Hochfest, das am zweiten Donnerstag nach Pfingsten begangen wird. Fronleichnam (8. Juni) gilt aber nur regional als Feiertag – er wird in Teilen Westdeutschlands (Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland) sowie in katholisch geprägten Gemeinden Sachsens und Thüringens begangen. Mit vier Urlaubstagen (5., 6., 7., 9. Juni) kommen Arbeitnehmer dieser Bundesländer auf neun freie Tage.

Juli, August und September sind in puncto Brückentage Totalausfälle – ausgenommen drei Bundesländer mit regionalen Feiertagen: Mariä Himmelfahrt (15. August) etwa ist in katholischen Gemeinden Bayerns sowie im Saarland schul- und arbeitsfrei. Da der Feiertag 2023 auf einen Dienstag fällt, ist mit Einsatz von vier Urlaubstagen (14., 16., 17., 18. August) eine neuntägige Freizeitbrücke möglich.

Arbeitnehmer in Thüringen bekamen 2019 von der rot-rot-grünen Landesregierung den Weltkindertag als gesetzlichen Feiertag – schön für sie, denn der 20. September ist 2023 ein Mittwoch und lässt sich mit vier Urlaubstagen (18., 19., 21., 22.) zur Neuntagesbrücke ausbauen.

Trotz der neuen Feiertage für Berliner und Thüringer führen bundesweit weiterhin die Bayern mit 13 Feiertagen; die Augsburger haben mit ihrem lokal geltenden Hohen Friedensfest (der einzige staatlich geschützte städtische Feiertag weltweit) sogar 14 arbeitsfreie Tage zusätzlich zum Urlaubsanspruch. Das Friedensfest liegt 2023 perfekt, denn der 8. August ist ein Dienstag und so lässt sich wieder die Rechnung aufmachen: vier Urlaubstage (7., 9., 10., 11. August) ergeben neun freie Tage.

Ein Tag Urlaub bringt vier freie Tage am Stück

Der Oktober ist mit zwei Feiertagen gesegnet. Beide – der bundesweite Tag der Deutschen Einheit (3. Oktober) und der regionale Reformationstag (31. Oktober) – fallen im kommenden Jahr auf einen Dienstag. Letzteres wird besonders die Bewohner Schleswig-Holsteins, Niedersachsens, Hamburgs und Bremens freuen, die seit 2018 am protestantischen Reformationstag arbeitsfrei haben; vorher hatten lediglich die fünf ostdeutschen Länder diesen Tag im Feiertagskalender. Sowohl für den 3. als auch für den 31. Oktober gilt: Ein Urlaubstag (2.10., respektive 30.10.) verhilft zu vier freien Tagen am Stück.

Allerheiligen (1. November) ist als katholisches Hochfest ebenfalls regional begrenzt – auf Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland. In diesen Ländern lässt sich 2023 eine längere Freizeitbrücke bauen, denn der 1. November ist ein Mittwoch. Wer zum Ende des Jahres nicht mehr so viele Urlaubstage für die klassische Neuntagebrücke hat, kommt mit zwei Tagen (30., 31. Oktober oder 2., 3. November) immerhin noch auf eine Fünftagebrücke.

Der November ist auch für die Sachsen interessant; mit dem Buß- und Bettag haben sie einen starken „Brückenpfeiler“ inmitten der Woche – und das jedes Jahr. Denn der regionale Feiertag wird immer mittwochs vor dem Ewigkeitssonntag, dem letzten Sonntag des Kirchenjahres, begangen; 2023 ist es der 22. November. Wer sich eine fünftägige Auszeit bauen will, muss den 20. und 21.11. oder den 23. und 24.11. Urlaub nehmen.

Mutter spaziert mit Vater und Kindern an der Strandpromenade
Mutter spaziert mit Vater und Kindern an der Strandpromenade

2023 liegt Weihnachten für Arbeitnehmer günstig

An Weihnachten haben dann wieder alle Deutschen die Möglichkeit zum Pausieren. Im kommenden Jahr fallen die beiden bundesweit arbeitsfreien Feiertage auf Montag und Dienstag. Und wer sich jetzt schon die drei darauffolgenden Tage (27., 28., 29. Dezember) als Urlaubstage sichert, kann zwischen den Jahren in einen zehntägigen Urlaub fahren. Denn der 1. Januar 2024 ist ein Montag.

Fazit: 2023 wird nicht so gut wie 2014 (damals waren alle fünf beweglichen bundeseinheitlichen Feiertage Wochentage), aber auch nicht so schlecht wie 2021, als neben dem Maifeiertag auch der Nationalfeiertag und die Weihnachtstage auf das Wochenende fielen.

Solche „verpassten“ Feiertage können in Deutschland bisher nicht auf darauf folgende Werktage verlegt werden. In Großbritannien, Irland und Spanien wird das dagegen schon lange praktiziert. In Belgien und Luxemburg wiederum können Unternehmen selbst einen beliebigen Werktag wählen, an dem sie ihren Mitarbeitern freigeben, wenn Feiertage auf das Wochenende fallen.

Regionale Feiertage 2023 nach Bundesland:

Baden-Württemberg

  • Heilige Drei Könige: 06.01.2023 (Freitag)

  • Fronleichnam: 08.06.2023 (Donnerstag)

  • Allerheiligen: 01.11.2023 (Mittwoch)

Bayern

  • Heilige Drei Könige: 06.01.2023 (Freitag)

  • Fronleichnam: 08.06.2023 (Donnerstag)

  • Mariä Himmelfahrt: 15.08.2023 (Dienstag)

  • Allerheiligen: 01.11.2023 (Mittwoch)

Berlin

  • Frauentag: 08.03.2023 (Mittwoch)

Brandenburg

  • Ostersonntag: 09.04.2023

  • Pfingstsonntag: 28.05.2023

  • Reformationstag: 31.10.2023 (Dienstag)

Bremen

  • Reformationstag: 31.10.2023 (Dienstag)

Hamburg

  • Reformationstag: 31.10.2023 (Dienstag)

Hessen

  • Fronleichnam: 08.06.2023 (Donnerstag)

Mecklenburg-Vorpommern

  • Reformationstag: 31.10.2023 (Dienstag)

Niedersachsen

  • Reformationstag: 31.10.2023 (Dienstag)

Nordrhein-Westfalen

  • Fronleichnam: 08.06.2023 (Donnerstag)

  • Allerheiligen: 01.11.2023 (Mittwoch)

Rheinland-Pfalz

  • Fronleichnam: 08.06.2023 (Donnerstag)

  • Allerheiligen: 01.11.2023 (Mittwoch)

Saarland

  • Fronleichnam: 08.06.2023 (Donnerstag)

  • Mariä Himmelfahrt: 15.08.2023 (Dienstag)

  • Allerheiligen: 01.11.2023 (Mittwoch)

Sachsen

  • Reformationstag: 31.10.2023 (Dienstag)

  • Buß- und Bettag: 22.11.2023 (Mittwoch)

Sachsen-Anhalt

  • Heilige Drei Könige: 06.01.2023 (Freitag)

  • Reformationstag: 31.10.2023 (Dienstag)

Schleswig-Holstein

  • Reformationstag: 31.10.2023 (Dienstag)

Thüringen

  • Weltkindertag: 20.09.2023 (Mittwoch)

  • Reformationstag: 31.10.2023 (Dienstag)

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Dieser Text erschien zuerst in der Welt.