„Boykott der E-Mobilität“: In den Fuhrparks der deutschen Top-Konzerne sind kaum E-Autos vorhanden

Christoph Asche and Sabrina Hoffmann
Von wegen Energiewende: Nur die wenigsten Dienstwagen der Dax-Konzerne sind laut einer Umfrage von Business Insider elektrisch betrieben

Eine Million Elektroautos wollte die Bundesregierung bis 2020 auf deutsche Straßen bringen. Dieses ehrgeizige Ziel aus dem Jahr 2008 ist unrealistisch, so viel steht inzwischen fest. Das Interesse der meisten Autofahrer ist überschaubar — und auch die größten Konzerne dieses Landes tragen nicht zu einer Verkehrswende in Deutschland bei.

Denn: Bei den meisten der umsatzstärksten Unternehmen ist der Anteil der reinen Elektroautos am Gesamtbestand der Dienstwagen verschwindend gering. Das ergab eine Umfrage von Business Insider unter den 30 Dax-Konzernen — unter denjenigen Firmen also, die sich selbst gerne mit Nachhaltigkeitskonzepten schmücken und ihr besonderes Verantwortungsbewusstsein gegenüber Gesellschaft und Umwelt betonen. 

Legt man die Daten der Konzerne zugrunde, die Zahlen zur Gesamtflotte und zum Anteil der E-Fahrzeuge offengelegt haben, zeigt sich: Nur etwa 1,7 Prozent der Dax-Firmenwagen sind Elektro-Autos. Einige der Unternehmen wollten auf Anfrage unserer Redaktion keine konkreten Zahlen nennen, was den Verdacht nahelegt, dass die Gesamt-E-Auto-Quote bei den Dax-Unternehmen noch geringer ausfällt. 

Bei Fresenius und BASF sind gar keine E-Autos im Einsatz

Die Auskünfte vieler Unternehmen sprechen für sich: So sind bei der Deutschen Bank von insgesamt 6.500 Dienstwagen 65 Fahrzeuge elektrisch betrieben. Im Fuhrpark von Thyssen Krupp (4.900 Firmenwagen insgesamt) befinden sich drei Elektroautos, beim Düsseldorfer Immobilienkonzern Vonovia fahren fünf von 4.400 Autos mit Strom. Bayer unterhält 23 E-Autos, die gesamte Dienstwagenflotte des Chemieriesen besteht aus 2.300 Fahrzeugen. Beim Münchner Industriegas-Konzern Linde sind es gerade einmal vier Stromer unter 1.600 Wagen. 

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