Boxen: WM-Kampf in Detroit: Adler vs. Shields

Sechsfache Weltmeisterin gegen Doppelolympiasiegerin - mehr Klasse geht auf den ersten Blick kaum. Der "Battle of the Best" zwischen der deutschen Nikki Adler (16-0-0, 9 K.o.) und US-Amerikanerin Claressa Shields (3-0-0, 1 K.o.) in Detroit (Sa., 4:30 Uhr live auf DAZN ) elektrisiert die Frauenbox-Gemeinde.

Sechsfache Weltmeisterin gegen Doppelolympiasiegerin - mehr Klasse geht auf den ersten Blick kaum. Der "Battle of the Best" zwischen der deutschen Nikki Adler (16-0-0, 9 K.o.) und US-Amerikanerin Claressa Shields (3-0-0, 1 K.o.) in Detroit (Sa., 4:30 Uhr ) elektrisiert die Frauenbox-Gemeinde.

"Amerika muss sehr tapfer sein, weil ich beide WM-Gürtel mit nach Hause nehme", kündigte Adler vor dem Kampf an. Mit 30 Jahren bekommt sie die Chance, ihrem eigenen WBC-WM-Titel den aktuell vakanten der IBF hinzuzufügen.

Mancher findet es mutig, dass sich Adler gegen Claressa Shields überhaupt in den Ring traut. Dazu gehört auch Regina Halmich, die Grande Dame des deutschen Frauenboxens. Für sie ist Shields die beste Boxerin der Welt.

"Viele Boxerinnen hätten sich das nicht getraut. Aber ich muss auch sagen: Es wird ganz, ganz schwierig für Nikki", so Halmich gegenüber der AZ. Shields sei nicht nur eine, sondern gleich ein paar Klassen besser: "Adler muss über den Kampf kommen, Shields musste noch nie über zehn Runden gehen, wenn Nikki es schafft, Shields in die späten Runden zu zwingen, dann hat sie die kleine Chance, die sie rein boxerisch nicht hat."

Sechsfacher Champion und trotzdem klarer Außenseiter - Adler kümmert das nicht. "Sie hat großen Respekt vor mir. Das habe ich in ihren Augen gesehen. Sie überspielt es, indem sie ohne Punkt und Komma redet. Mein Kämpferherz, meine Schlagkraft und meine Erfahrung werden sie zum Schweigen bringen", so die Augsburgerin.

Claressa Shields - nach schwieriger Kindheit an die Spitze

Dabei wird Adler sich auch mit dem Heimpublikum messen müssen. Um Shields ist in den USA ein kleiner Hype entstanden. Sie selbst bezeichnet sich in Anlehnung an Muhammad Ali schon als "die größte Frau aller Zeiten im Boxen."

Die Aufmerksamkeit für Shields rührt dabei nicht nur von ihrer sportlichen Klasse her. Auch die Lebensgeschichte berührt.

Shields, am 17. März 1995 in Flint, Michigan geboren, wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Ihr Vater saß wegen Drogenvergehen während ihrer Kindheit im Knast. Die Musster war drogenabhängig. Der Lebensgefährte der Mutter vergewaltigte die junge Claressa.

Die US-Amerikanerin spricht offen über ihren lebenslangen Kampf, festgehalten in der Dokumentation 'T. Rex - ihr Kampf um Gold': "Wenn wir zwei Packungen Nudeln hatten, meine kleine Schwester aß eine davon, mein kleiner Bruder die andere und ich habe nichts gegessen. Wir schliefen auf der Couch oder auf dem Flur."

Jetzt soll ein weiteres Kapitel hinzukommen. Während die Box-Welt ausnahmslos über den Kampf zwischen Floyd Mayweather Jr und Conor McGregor spricht, will Shields, die Doppelolympiasiegerin in London und Rio, ihren ersten WM-Titel bei den Profis erringen - im vierten Kampf.

Die Favoritin ist sie. "Wer ihre Bewegungsabläufe mal live gesehen hat, ihre Technik, ihre Geschwindigkeit, der weiß, dass Shields eine ganz andere Klasse hat. Rein boxerisch kann Adler gegen Shields nicht gewinnen", sagt Halmich.

Ob es Shields gelingt oder ob Adler die Überraschung schafft, zeigt .

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