Boxen: Ulli Wegner über Arthur Abraham: "Er hat kein Herz mehr"

Berlins ehemaliger Boxchampion Arthur Abraham verliert klar gegen Chris Eubank junior. Die Zukunft des 37-Jährigen ist unklar.

London.  Zuerst wollte er gar nichts sagen. Aber dann kleidete Ulli Wegner das Dilemma doch in die passenden Worte. "Arthur hat einfach kein Herz mehr", sagte der 75-Jährige, "und als Cheftrainer siehst du dann ziemlich blöd aus." Man müsste dieser Erklärung nicht mehr viel anfügen. Treffender waren die vorangegangenen zwölf Runden, die hoffentlich den letzten großen Kampf des Arthur Abraham bildeten, nicht zusammenzufassen.

Allerdings wäre es der Karriere des ehemaligen Weltmeisters im Mittel- und Supermittelgewicht nicht angemessen, würde man es bei dieser dürren Analyse belassen. So galt es nach der einstimmigen Punktniederlage (108:120, 110:119, 110:119), die der Berliner in der Nacht zum Sonntag in der SSE-Arena in Wembley gegen IBO-Supermittelgewichtschampion Chris Eubank junior erlitt, ein paar weitere Dinge festzuhalten.

Abraham fehlte nicht nur das Herz, um den vor allem über seiner pausenlos herabhängenden linken Führhand verwundbaren Briten ernsthaft zu attackieren. Er sah zudem mindestens die zehn Jahre älter aus, die ihn von seinem 27 Jahre alten Kontrahenten trennen. Eubank bewegte sich geschmeidiger, er schlug schneller, wesentlich mehr und war in allen Belangen der bessere Boxer.

Für die Spitze reicht es nicht mehr

Es spricht für Abraham, dass er das anerkannte. "Chris hat eine beeindruckende Leistung gezeigt und absolut verdient gewonnen", ließ er über Promoter Kalle Sauerland mitteilen, da er selbst wegen einer ausstehenden Dopingkontrolle seine Kabine nicht verlassen du...

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