Boxen: Für Abraham gilt: jetzt oder nie mehr

Arthur Abraham (r.) lag zunächst ein Pfund über dem Limit von 76,2 Kilogramm. Gegner Chris Eubank jr. brachte 76,1 Kilogramm auf die Waage

London.  Die Skepsis im Gesicht von Arthur Abraham hielt sich nur kurz. Für seinen heutigen WM-Kampf gegen Chris Eubank junior (23 Uhr, Sky und ranfighting.de) hatte der Berliner beim offiziellen Wiegen am Freitag tatsächlich ein Pfund zu viel auf den Rippen, kochte das halbe Kilo aber innerhalb von zwei Stunden ab und brachte sich so endgültig in Supermittelgewichtform. Kein Problem, und überhaupt: Das Wiegen war der einzige Pflichttermin vor dem Kampf, bei dem Abraham (37) eine schlechtere Figur machte als sein zehn Jahre jüngerer Kontrahent.

Während der englische IBO-Champion bei Training und Pressekonferenz mit viel verbalem Säbelrasseln den großen Favoriten gab, sammelte Abraham Sympathiepunkte. Sein leicht holpriges Englisch ("I feel me good") wirkte putzig, seine bescheidene, respektvolle und doch bestimmte Art ("Eubank ist richtig stark, aber der Bessere wird gewinnen, und das bin ich") kam gut an. Die Botschaft, die er transportierte, war deutlich: Was soll ihm mit der Erfahrung aus 51 Kämpfen in 14 Profijahren schon passieren gegen einen, der sich in 25 Kämpfen nur einmal – gegen WBO-Mittelgewichtsweltmeister Billy Joe Saunders – einem Gegner auf Abrahams Niveau stellen musste und diesen Kampf prompt verlor?

Nun, ein Blick in Abrahams Kampfrekord ließe zumindest eine Idee aufkommen, was schief gehen könnte. Seine vier letzten Auslandsauftritte verlor er, zuletzt im April 2016 in Las Vegas gegen den Mexikaner Gilberto Ramirez, was ihn seinen WBO-Titel kostete – und angesichts d...

Lesen Sie hier weiter!