Boxen droht 2020 Olympia-Ausschluss

2016 stand Boxen noch im Olympischen Programm

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat den Internationalen Boxsport-Verband AIBA erneut angezählt und abermals mit einem Olympia-Ausschluss für die Sommerspiele 2020 in Tokio gedroht. Die AIBA musste sich bei der Exekutivsitzung des IOC am Donnerstag in Lausanne erklären.

"Der Bericht zeigte Fortschritte und einen guten Willen, doch es gibt weiter große Defizite", sagte IOC-Präsident Thomas Bach. Bis zur nächsten Sitzung der IOC-Exekutive Anfang Juli müsse der Verband mit Sitz in Lausanne nachbessern.

Unzufrieden ist das IOC vor allem mit den anhaltenden Vorwürfen gegen das Punktvergabesystem des Verbandes. So soll der Verband dafür sorgen, dass internationale Experten das Berufungssystem von Ringrichtern überprüfen und reformieren. Sowohl bei den Sommerspielen in London 2012 als auch vier Jahre später in Rio soll es zu Absprachen und Manipulationen unter den Punktrichtern gekommen sein.

Die AIBA wird seit wenigen Monaten von Interimspräsident Gafur Rahimow geführt, der bereits einige Reformen eingeleitet hat. Rahimow soll laut den USA zu den führenden Kriminellen Usbekistans gehören. "Es ist aber kein Problem mit einer Person, nicht allein, es sind mehrere Probleme", sagte Bach. 

Die AIBA reagierte prompt und begrüßte es, dass das IOC die Bemühungen des Verbandes gelobt habe. "Im Einklang mit unserer Verpflichtung zur Transparenz freuen wir uns darauf, den Bericht des IOC so schnell wie möglich mit allen unseren Mitgliedern einsehen zu können", wurde AIBA-Vorstand Tom Virgets in einer Pressemitteilung zitiert.