Boxen: Bundestrainer Timm schlägt vor WM Alarm: Vom Staat im Stich gelassen

Bundestrainer Michael Timm schlägt vor der Amateur-WM ab kommenden Freitag in Hamburg Alarm und kritisiert die deutlich reduzierte Verbandsförderung. Nach Olympia in Rio sei die Anzahl der Förderplätze "von 60 auf 24 reduziert worden, weil eine neue Leistungssportreform angegangen werden sollte", sagte der ehemalige Cheftrainer des Universum Boxstalls in einem Interview mit der Tageszeitung Die Welt .

Bundestrainer Michael Timm schlägt vor der Amateur-WM ab kommenden Freitag in Hamburg Alarm und kritisiert die deutlich reduzierte Verbandsförderung. Nach Olympia in Rio sei die Anzahl der Förderplätze "von 60 auf 24 reduziert worden, weil eine neue Leistungssportreform angegangen werden sollte", sagte der ehemalige Cheftrainer des Universum Boxstalls in einem Interview mit der Tageszeitung Die Welt.

Jetzt heiße es, dass die Reform, wenn sie überhaupt käme, erst 2020 greifen könne. "Es gibt nichts Konkretes, wir hängen total in der Luft, jeder Verband kämpft um seine Pfründe. Unter solchen Bedingungen ist es schwer, Leistungen zu bringen", sagte Timm, der zahlreiche Profi-Weltmeister wie Jürgen Brähmer und Felix Sturm betreut hatte. Er wäre "richtig froh, wenn wir unsere vielen Talente alle fördern könnten. Doch leider fehlt dafür die Unterstützung durch die Wirtschaft und den Staat."

Der Schweriner Timm, als Amateurboxer 1985 selbst Europameister im Halbmittelgewicht, beklagt auch die schlechte Situation bei den Trainern. "Wir fühlen uns im Stich gelassen. Denn wir haben auch viel zu wenig bezahlte Trainer", führte der 54-Jährige aus, "wenn wir nicht so viele verrückte Übungsleiter hätten, die ohne Geld die Kinder und Jugendlichen betreuen, wäre schon längst alles zusammengebrochen."

Für die WM in Hamburg, der auch IOC-Präsident Thomas Bach am Schlusstag einen Besuch abstatten will, ist Michael Timm noch zuversichtlich. Er habe "einen Geheimtipp" als Weltmeister, "den Namen möchte ich aber nicht verraten". Bei der EM im vergangenen Juni hatte der Oberhausener Weltergewichtler Abass Baraou erstmals seit sieben Jahren wieder Gold für Deutschland gewonnen und gilt in der Hansestadt als Mitfavorit.

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