Boxen: Anthony Joshua - nach Parker ist vor Wilder: "Es muss 2018 passieren"

Nach dem Megafight ist vor dem Megafight: Kaum hatte Anthony Joshua das mit Spannung erwartete Duell mit Joseph Parker in Cardiff souverän hinter sich gebracht , da richtete er sein Augenmerk auf das nächste, noch größere Ziel. Der streitbare Deontay Wilder soll her, um Geschichte zu schreiben - und schnell soll es gehen.

Nach dem Megafight ist vor dem Megafight: Kaum hatte Anthony Joshua das mit Spannung erwartete Duell mit Joseph Parker in Cardiff souverän hinter sich gebracht, da richtete er sein Augenmerk auf das nächste, noch größere Ziel. Der streitbare Deontay Wilder soll her, um Geschichte zu schreiben - und schnell soll es gehen.

"Bringt Wilder in den Ring und ich haue ihn um", sagte Joshua unmittelbar nach dem nie gefährdeten Sieg gegen Parker.

Der 28-jährige Engländer verfügt nun über die Titel der WBA, IBF und WBO sowie den der eher unbedeutenden IBO. Fehlt ihm nur noch der WBC-Gürtel, um als erster Boxer seit 1999 zum sogenannten "undisputed champion" (unumstrittener Weltmeister oder Champion aller Klassen) in der Königsklasse, dem Schwergewicht, aufzusteigen.

Dafür muss eben der streitbare US-Amerikaner Deontay Wilder vor seine Fäuste, dem Ungemach seitens der WBC droht, nachdem er in einem Interview erklärt hatte, er hätte gerne einen Toten in seiner Kampfstatistik (40-0-0, 39 K.o.) stehen.

"Ein bisschen Erziehung hätte ihm sicher nicht geschadet", meinte Barry Hearn, der Vater von Joshuas Promoter Eddie. "Es ist furchtbar, so etwas zu sagen und er wird es sicher bereuen, aber er versucht einfach nur berühmt zu sein."

Joshua: "Nicht die Zeit, sich zurückzulehnen"

Ungeachtet seiner Eskapaden ist und bleibt Wilder aber das nächste Ziel des Joshua-Clans. Die Gespräche mit dem US-Amerikaner und seinem Team könnten laut Barry Hearn schon nächste Woche beginnen.

"2018 ist das Jahr, um die Gürtel zu vereinigen. Wir befinden uns auf diesem Weg. Jetzt ist nicht die Zeit, sich zurückzulehnen", sagte Joshua.

Promoter Eddie Hearn unterstützt seinen Schützling und drückt ebenfalls aufs Tempo: "Es muss 2018 passieren, ansonsten bekommen wir einige größere Probleme mit den Pflichtverteidigungen."

Undisputed Champions im Schwergewicht - eine Auswahl

Zeitspanne Name
1922-1926 Jack Dempsey
1930-1931 Max Schmeling
1937-1949 Joe Louis
1952-1956 Rocky Marciano
1962-1964 Sonny Liston
1964 Muhammad Ali (als Cassius Clay)
1967 Muhammad Ali
1970-1973 Joe Frazier
1973-1974 George Foreman
1974-1978 Muhammad Ali
1987-1990 Mike Tyson
1990-1992 Evander Holyfield
1992 Riddick Bowe
1999-2000 Lennox Lewis

Tyson Fury hält sich für den wahren König

Sollten sich die Protagonisten beider Lager nicht auf einen Fight einigen können, stünde als Alternative auch Tyson Fury bereit. Der britische Ex-Champion, der einst überraschend Wladimir Klitschko besiegt hatte, darf nach dem Ablauf einer zweijährigen Dopingsperre auf die Rückgabe seiner Boxlizenz hoffen.

Seit seinem Triumph im November 2015 in Düsseldorf gegen Klitschko hat er allerdings nicht mehr im Ring gestanden. Für Fury ist das natürlich kein Problem. "Es kann nur einen geben. Ich bin der wahre König, und ich denke, das haben die Leute heute Abend gesehen", twitterte der 29-Jährige.

Joshua vs. Parker: Taktik statt Spektakel

Gegen Parker, der im 25. Kampf seine erste Niederlage kassierte, musste Anthony Joshua zwar nicht an seine Leistungsgrenze gehen, allerdings stand er erstmals nach zuvor 20 K.o.-Siegen über die volle Distanz im Ring.

Anders als noch bei seinem spektakulären Meisterstück vor elf Monaten gegen Wladimir Klitschko in Wembley bot AJ gegen Parker einen eher unterkühlten, taktisch geprägten Kampfstil und geriet kaum in Schwierigkeiten. 17 Millionen Dollar Gage brachte ihm der 21 Sieg im 21 Profigefecht ein.

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