Wird Bottas jetzt für Hamilton zur Gefahr?

Wird Bottas jetzt für Hamilton zur Gefahr?
Wird Bottas jetzt für Hamilton zur Gefahr?

Nachdem nun auch offiziell bestätigt ist, dass Valtteri Bottas Mercedes in Richtung Alfa Romeo verlässt, scheint der Finne wohl keinen Wert mehr darauf zu legen, Lewis Hamilton im Titelkampf zu unterstützen. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Formel 1)

Im Rennen in Zandvoort lieferte der sonst so treue Helfer des Briten gleich mehrere Indizien, nicht mehr als „Wingman“ dienen zu wollen.

Der erste Vorfall ereignete sich in Runde 29 des Rennens, als Bottas in Führung lag und Lokalmatador Max Verstappen in seinem Windschatten auftauchte. Hamilton lag zu diesem Zeitpunkt auf Rang drei. (DATEN: Die Fahrerwertung der Formel 1)

Bottas lässt Verstappen vorbeiziehen

Obwohl sich auf dem Kurs in Zandvoort kaum geeignete Stellen zum Überholen bieten, durfte Verstappen quasi mühelos an seinem Kontrahenten vorbeiziehen. Bottas kam in Kurve 11 neben die Linie und fuhr in der Folge noch einen Moment vorneweg, bis der Red-Bull-Pilot bei Start und Ziel aus dem Windschatten heraus vorbeizog.

„Blockas“ - wie das Manöver von Motorsport-Total.com bezeichnet wurde - war gescheitert. Ob bewusst oder unbewusst, zu Bottas‘ Verteidigung sei gesagt, dass dessen Reifen zu diesem Zeitpunkt schon mehr hinter sich hatten als jene von Verstappen. (DATEN: Die Teamwertung der Formel 1)

Der eigentliche Aufreger ereignete sich allerdings erst kurz vor dem Rennende. Der Sieg, so viel stand zu diesem Zeitpunkt bereits fest, würde an Verstappen gehen. Keine Chancen mehr für die dahinter platzierten Mercedes-Piloten. Hamilton hatte jedoch bis dato die schnellste Runde absolviert.

Bottas widersetzt sich Mercedes-Anweisung

Bottas wurde in die Box beordert – offiziell aus Sicherheitsgründen - und kam mit der weichsten Reifenmischung auf die Strecke zurück. Damit bot sich für ihn die Möglichkeit, die schnellste Rennrunde zu fahren und damit den Extrapunkt seinem Teamkollegen wegzunehmen. Trotzig startete Bottas einen Angriff auf die Bestzeit.

Nachdem er direkt einen schnellsten Sektor hingelegt hatte, schritt Mercedes ein und funkte eine klare Anweisung: „Bitte brich am Ende der Runde den Versuch der schnellsten Rennrunde ab.“

Bottas ging jedoch nur leicht vom Gas und schnappte sich entgegen der ausdrücklichen Teamorder dennoch die schnellste Rennrunde.

Ein herber Rückschlag für Hamilton im engen WM-Kampf mit Verstappen. Nachdem ihm sein Mercedes-Kollege in den Rücken gefallen war, funkte der Brite hektisch: „Ich brauche diesen Punkt.“ Mit frischen Reifen schaffte es Hamilton letztlich doch noch im letzten Moment, die Zeit von Bottas um 1,5 Sekunden zu unterbieten.

Mercedes spielt Vorfall herunter

Nach dem Rennen bemühten sich die Verantwortlichen spürbar darum, den Vorfall zu relativieren. „Wir mussten ihn ein bisschen erinnern, dass er vom Gas geht. Das hat er dann auch gemacht. Valtteri war da ein bisschen frech. Er wollte einfach zeigen, dass er die Pace hat. Das war okay“, erklärte Motorsportchef Toto Wolff über Bottas.

Dieser versicherte selbst, er habe „nicht versucht die schnellste Runde zu fahren“. Dass im Nachgang die Stimmung nicht weiter hochkochte, war lediglich dem Umstand geschuldet, dass Hamilton am Ende doch den Extrapunkt mitnahm. (DATEN: Der Rennkalender der Formel 1)

Doch die Aktionen von Bottas lassen sich auch als eine Art „Abschiedsgeschenke“ an seinen zukünftigen Ex-Teamkollegen verstehen. Viele Jahre diente der zukünftige Pilot von Alfa Romeo als loyaler Unterstützer Hamiltons auf dessen Weg von WM-Titel zu WM-Titel.

Doch nach fünf Jahren, in denen der Vertrag von Bottas immer nur um eine Saison verlängert und ihm nie langfristiges Vertrauen ausgesprochen wurde, könnte die Zusammenarbeit ein etwas unrühmliches Ende finden - und sogar den achten WM-Titel von Hamilton gefährden.

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