Darum wird Bottas für Frühstart nicht bestraft

Natalie Raida
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So richtig freuen konnte sich Sebastian Vettel nach seinem zweiten Platz beim Großen Preis von Österreich nicht. Dem WM-Führenden ging eine Szene nicht aus dem Kopf: Der Start von Sieger Valtteri Bottas.

Nach Rennende sorgte die Frage, ob der Finne einen Frühstart hingelegt hatte, immer noch für große Diskussionen.

"Mein Start war okay, aber ich war etwas abgelenkt, weil ich der Meinung war, dass er (Bottas, Anm. d. Red.) zu früh losgefahren ist. Ich war mir sicher, dass das so war, denn aus meinem Auto heraus sah das so aus", schilderte Vettel seine Sicht der Dinge.

Die Stimmen zum Rennen in Spielberg

Vettel reklamiert Start bereits während des Rennens

Bereits während des Rennens hatte der Ferrari-Pilot sein Team aufgefordert, wegen des schnellen Starts von Bottas bei der FIA nachzufragen.


Doch die Rennleitung kam schließlich zu dem Ergebnis, dass es kein Frühstart war und brummte Bottas deshalb keine Strafe auf. So hatte der Finne laut der FIA-Zahlen eine Reaktionszeit von 0,2 Sekunden am Start, während Vettel erst nach 0,4 Sekunden anfuhr.

Bottas bezeichnete den Start dementsprechend auch als "Start meines Lebens", während Vettel von einer "unmenschlichen" Reaktionszeit sprach. Damit schien die Sache geklärt.

TV-Aufnahmen belegen Frühstart

TV-Aufnahmen beweisen nun jedoch, dass sich Bottas' rechtes Vorderrad bewegte, bevor die Startampeln erloschen. Dies wäre somit eindeutig ein Frühstart. "Einen Bruchteil hat er die Kupplung zu früh losgelassen", war sich auch Sky-Experte Marc Surer sicher.


"Aber wahrscheinlich war es innerhalb der Toleranz, weil sie nichts gemacht haben. Ich weiß nicht, wie viel Toleranz es bei diesem Messsystem überhaupt geben kann. Da ist im Boden etwas eingelassen, das das misst. Das war wohl ein Grenzfall. Ich meine, wenn sie nichts gemacht haben, wird es nach ihrem Messinstrument okay sein. Sonst würde die FIA eingreifen müssen", führte Surer weiter aus.

Lauda bügelt Vettel ab

Auch Mercedes-Aufsichtsratschef Niki Lauda, der die TV-Aufnahmen ebenfalls gesehen hatte, stellte sich hinter die Entscheidung der Rennleitung.

"Gibt es Sensoren in der Straße, die das messen? Eben - was gibt es da also zu diskutieren? Sebastians Eindruck war falsch, weil der Sensor bei Charlie Whiting rot aufblinkt, wenn er um eine Tausendstel zu früh losfährt", erklärte Lauda und teilte in Richtung Vettel aus: "Sebastians Jammerei verstehe ich nicht, denn das war eindeutig."


Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff ging sogar soweit, die TV-Bilder anzuzweifeln, denn diese seien "nicht immer synchron".

FIA gibt Erklärung zum Fall Bottas ab

Schließlich meldete sich noch die FIA zu Wort und erklärte, dass das elektronische System bereits seit rund 20 Jahren im Einsatz sei und als "extrem zuverlässig" gelte.

Es gäbe jedoch eine minimale Toleranzgrenze. Demnach ist es möglich, dass Bottas sich in der Startbox leicht bewegt, aber die Grenze nicht überschritten hat. 

Fakt ist somit: Die Regelhüter haben den Start von Bottas überprüft und ihn - nach Auswertung ihrer Messdaten - für korrekt erklärt.

Vettel bleibt nichts anderes übrig, als das Rennen endgültig abzuhaken. TV-Aufnahmen hin oder her.