Botanische Verwechslung: US-Paar wurde beschuldigt, Marihuana im Garten zu haben

Ein Versicherungsmitarbeiter hielt Hibiskus für Marihuana. (Bild: AP Photo)

Ein älteres Ehepaar aus dem US-Bundestaat Pennsylvania wurde stundenlang in Polizeigewahrsam festgehalten. Der Grund: Man habe in ihrem Garten Marihuana-Pflanzen entdeckt. Doch die Beamten hatten sich getäuscht.

Der Versicherungsangestellte Jonathan Yeamans hatte den umgestürzten Baum eines Nachbarn im Garten des 69-Jährigen und seiner 66-jährigen Ehefrau in Buffalo untersucht und dabei die vermeintlichen Marihuana-Pflanzen entdeckt. Der Mitarbeiter der „Nationwide Mutual Insurance Co.“ schickte Fotos der blühenden Pflanzen mit den Worten, er hätte „große, grüne, verdächtige Marihuana-Pflanzen“ entdeckt, seiner Versicherungsgesellschaft, die daraufhin die Polizei alarmierte.

Bewaffnet mit Sturmgewehren stürmten die Polizisten das Haus des Paares, legten die Seniorin in Handschellen, noch bevor sich Audrey Cramer vollständig anziehen konnte. „Sie behandelten mich nicht wie einen Menschen“, sagte sie später in einem Interview mit dem TV-Sender KDKA. „Ich war nur etwas, das sie beiseite schieben wollten.“ Als Ehemann Edward Cramer eine halbe Stunde später nach Hause zurückkam, wurde er sofort mit einer Waffe bedroht, während seine Frau auf dem Rücksitz des Streifenwagens saß und Polizisten ihr Haus durchsuchten.

Zum Verwechseln ähnlich? Die Hibiskus-Pflanzen wurden von Jonathan Yeamans für Marihuana gehalten. (Bild: ddp Images)

Die Versuche, den Beamten zu erklären, dass es sich bei den Pflanzen mit Nichten um Marihuana, sondern nur um Hibiskussträucher handelte, waren zunächst zwecklos. „Sie haben mich im Grunde ignoriert“, so Cramer. „Sie hörten nicht einmal zu als ich sagte, ich kann ihnen Bilder im Internet zeigen.“

Nach einigen Stunden in Gewahrsam, ließen sich die Beamten dann doch von der Unschuld der beiden überzeugen. Die Cramers wurden frei- und die Anschuldigungen gegen sie fallengelassen. Nun fordert das Ehepaar Schadenersatz von der Versicherungsgesellschaft sowie der Polizei von Buffalo, Pennsylvania. Ihre Anklagepunkte beinhalten die Anwendung von Gewalt, eine unberechtigte Festnahme sowie Gewahrsam, emotionaler Stress und die Verletzung der Privatsphäre.

Eine offizielle Entschuldigung gibt es derzeit weder von der „Nationwide Mutual Insurance Co.“ noch von der Polizei.