Bosz weg? Das rät Stevens dem BVB

Reinhard Franke

Der ehemalige Bundesliga-Trainer Huub Stevens stärkt Borussia Dortmunds Coach Peter Bosz den Rücken. 

"Die Verantwortlichen sollten an Bosz festhalten. Bei einem neuen Trainer beginnst du wieder bei Null und musst alles über Bord schmeißen, was war", sagt der 63-Jährige, der Bosz gut kennt, im Gespräch mit SPORT1.

Am Sonntag ist Stevens zu Gast im CHECK24 Doppelpass (ab 11 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).

Nach der 1:2-Heim-Niederlage gegen Tottenham Hotspur und dem damit verbundenen vorzeitigen Aus in der Champions League wächst der Druck auf den BVB-Coach. Auch wegen der Art und Weise, wie Dortmund das Spiel gegen die Londoner aus der Hand gab.

"Ich habe schon oft gesagt, dass das Spiel, was Bosz spielen lässt, gefährlich ist", so Stevens. "Aber er hat die Idee vom Fußball und die setzt er um. Und das versucht er weiter."

Bosz werde "hier oder da etwas zurückschrauben, so schlau ist er", glaubt der 63-Jährige.


Schicksalsspiel gegen Schalke

Ausgerechnet das Duell mit dem Erzrivalen Schalke 04, Stevens früherem Klub, könnte am Samstag (15.30 Uhr im LIVETICKER) für Bosz bereits das Schicksalsspiel sein (Die Tabelle).

"Ich weiß, dass es wichtig ist, dass wir das Spiel gegen Schalke gewinnen - auch für meine Position", sagte Bosz nach dem Tottenham-Spiel bei Sky.

Stevens jedoch würde es als falsch ansehen, die Reißleine zu ziehen. "Ich denke, es wäre nicht richtig, Bosz auch bei einer Niederlage gegen Schalke zu entlassen."


"Verantwortliche wussten, wie er tickt"

Und er begründet dies auch: "Die Verantwortlichen haben im Sommer Gespräche geführt mit Bosz und sie wussten, wie er tickt und welche Idee er hat. Nur, weil es in einer Saison, in der die Mannschaft super reingekommen ist, plötzlich Probleme gibt, musst du nicht gleich einen anderen Trainer holen. Wer soll es dann machen?"

Trotz der Kritik an seiner Spielweise lobt Stevens seinen Landsmann. "Seine Philosophie ist gut. Natürlich wird es eng für ihn, er kennt doch auch das Fußballgeschäft. Wir alle wissen, wie schnell es gehen kann. Ich hoffe für Bosz, dass er weitermachen und der BVB mit ihm wieder bessere Ergebnisse erzielen kann."

Stevens fügt mit Nachdruck hinzu: "Nochmal: Im Sommer sind die Verantwortlichen positiv mit den Ideen von Bosz umgegangen, dann sollten sie jetzt auch zu ihm stehen. Man wusste, wen man da verpflichtet. Panik bringt jetzt nichts."