Wenn Bosz scheitert: Das ist Dortmunds Trainer-Plan

Martin Hoffmann
Hat Peter Bosz noch eine Zukunft bei Borussia Dortmund

Böse Zungen sagen, dass Peter Bosz nur noch aus einem Grund Trainer von Borussia Dortmund sei: Weil Hans-Joachim Watzke dem Revier-Rivalen diesen Triumph nicht auch noch gönnen wollte.

"Schalke 04 kegelt BVB-Coach aus dem Amt", so eine Schlagzeile hätten sie partout nicht lesen wollen in der Klubführung.

Das mag stimmen oder nicht: In jedem Fall gibt es auch einen profaneren Grund, warum Bosz trotz des verspielten 4:0-Vorsprungs im Derby noch eine Gnadenfrist erhielt.

Die Zeit, die dem Niederländer gewährt wird, um sein Schicksal noch zu wenden, verschafft nämlich auch den Dortmunder Bossen Zeit. Zeit, einen Plan B auszuarbeiten, sollte Bosz das nicht gelingen.

 

BVB sucht "Heynckes-Lösung"

Wie dieser Plan B aussehen könnte, zeichnet sich immer deutlicher ab. Sollte der Bosz-BVB auch am Samstag in Leverkusen kein Zeichen der Besserung senden, soll ein Übergangscoach die Saison retten.

Von einer "Heynckes-Lösung" ist die Rede, nur dass es natürlich nicht Jupp Heynckes sein kann. Und auch nicht Ottmar Hitzfeld, der bei SPORT1 eine Rückkehr auf die Bank "definitiv" ausgeschlossen hat.

Auch Matthias Sammer - ein anderer BVB-Meistertrainer, der nun TV-Experte ist - soll dem BVB signalisiert haben, dass er nicht zur Verfügung steht.

Wer aber kommt dann in Frage?

 

Veh als Nothelfer?

Im Gespräch ist SPORT1-Experte Armin Veh - der Stuttgarter Meistertrainer von 2007 hat viel Bundesliga-Erfahrung und könnte dem BVB in der schwierigen Situation helfen. Auf SPORT1-Nachfrage äußerte er sich nicht.

Der frühere Gladbach-Coach Lucien Favre, schon im Sommer als Alternative zu Bosz im Gespräch, wäre prinzipiell auch wieder eine Option.

Mit seinem aktuellen Klub OGC Nizza ist der Schweizer allerdings in dieser Saison noch tiefer gefallen als Bosz mit dem BVB. Hinzu kommt, dass Favre wohl nur einen Langzeitvertrag unterschreiben würde.

Nagelsmann wäre langfristige Wunschlösung

Auf diese Bedingung dürften die BVB-Bosse nicht (mehr) eingehen, sie sollen für den Sommer einen anderen Favoriten haben: Julian Nagelsmann.

 

Dass der Jungstar mit der TSG Hoffenheim zuletzt Kratzer abbekommen hat, könnte dabei für den BVB mehr Vorteil als Nachteil sein: Die jüngsten Misserfolge in Bundesliga und UEFA Europa League wirken nämlich abschreckend auf Dortmunds großen Rivalen.

Beim FC Bayern sollen die Zweifel gewachsen sein, ob Nagelsmann schon bereit für den ganz großen Sprung zu ihrem Klub ist. Beim BVB dagegen haben sie keine Bedenken.

Flick: Wir sind gelassen

"Julian hat sich langfristig an uns gebunden, und daher verfolgen wir diese Spekulationen mit einer routinierten Gelassenheit", kommentiert Hoffenheims Sportchef Hansi Flick bei Der Westen.

Nagelsmann steht bei Hoffenheim bis 2021 unter Vertrag, soll aber eine Ausstiegsklausel für 2019 haben. Und auch über einen früheren Klubwechsel im Sommer ließe sich ja verhandeln.

Alternativen zu Nagelsmann? David Wagner - Kumpel vom BVB-Idol Jürgen Klopp und Architekt des Premier-League-Wunders von Huddersfield - war einst Nachwuchscoach beim BVB, ebenso Hannes Wolf vom VfB Stuttgart.

Wagner ist übrigens auch als potenzieller Nagelsmann-Nachfolger in Hoffenheim im Gespräch.

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