Auf dieser Stadt basiert die fiktive Tatort-Insel Suunholt

AVerschiedene Inseln dienten im Nordsee-Tatort als Kulisse. (Bild: NDR/Christine Schroeder)

Eine sturmumtoste Insel mit reichlich Schilf und Dünensand sorgte bei Fernsehzuschauern am Sonntagabend für reichlich Verwirrung. Denn das Eiland Suunholt, das im Tatort als düsterer Schauplatz diente, entstammt zwar der Fantasie der Drehbuchautoren hat aber ein reales Vorbild.

Skandinavisch wie eh und je ging es am Sonntag beim Kieler Tatort zu. Doch statt in der Hauptstadt Schleswig-Holsteins zu ermitteln, zog es den von Axel Milberg gespielten Kommissar Borowski diesmal auf eine dem nordfriesischen Festland vorgelagerte Insel. Auf Suunholt muss der Ermittler einen äußert vertrackten Mordfall lösen.

Doch nicht nur der Mordfall, auch die ungewohnte Umgebung war diesmal essentieller Bestandteil der Handlung. Bei Suunholt handelt es sich um eine fiktive Insel. Gedreht wurde der Film „Borowski und das Land zwischen den Meeren“ an mehreren Orten: in der Hafenstadt Husum, auf der Ostseeinsel Fehmarn sowie den Nordseeinseln Pellworm und Amrum.

Die besten Tweets zum “Tatort” vom Sonntag

Die Nordseeinsel Amrum diente als Kulisse des Tatorts. (Bild: Getty Images)

Den Namen Suunholt haben die Drehbuchautoren nicht ohne Grund gewählt. Im Plattdeutschen stehen die Worte „Sünn“ für „Sünde“ und „Holt“ für „Gehölz“. Sündhaft ging es auch in dem Tatort zu – zudem enthält der Film einige Naturszenen, unter anderem an einer Waldgrenze. Doch damit hat es sich noch nicht.

Suunholt lehnt sich an die sagen- und mythenumwobene Stadt Rungholt an. Die Region, die sich in der nordfriesischen Küstenlandschaft „Strand“ in direkter Nachbarschaft zu Husum, Föhr und Amrum befindet, wurde im Januar 1362 von einer riesigen Sturmflut heimgesucht. 8.000 Menschen sollen bei der „Grote Mandränke“ (Großes Menschenertrinken) ums Leben gekommen sein. Die Stadt ging für immer unter.

Das waren die Tops und Flops des “Tatort”-Jahres 2017

Eine Legende besagt, dass die Einwohner Rungholts von Gott wegen ihres sünd- und lasterhaften Lebens bestraft wurden. Insbesondere ein Vorkommnis soll den göttlichen Zorn geweckt haben. Der Legende zufolge haben Bauern bei einem Trinkspiel einen Pfarrer gezwungen, einem Schwein, das von den Bauern mit Schnaps abgefüllt wurde, die Sterbesakramente zu gewähren. Nach einem Handgemenge konnte der Geistliche fliehen. Dabei schickte er ein Stoßgebet gen Himmel, der Herr möge die Sünder für ihre Taten doch bestrafen. Kurz nachdem der Pfarrer die Insel verlassen hatte, kam die Sturmflut auf, die Rungholt vollkommen zerstörte.

Ganz so heftig waren die Folgen für das sündige Leben mancher Inselbewohner im Tatort dann aber nicht.

Folgt uns auf Facebook und bekommt täglich aktuelle Nachrichten und Star-News direkt in euren Feed!