Boom am Arbeitsmarkt: In welchen Branchen es gerade viele Jobs gibt und wo ihr am meisten Geld verdient

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Der deutsche Arbeitsmarkt boomt. Egal welchen Wert oder welches Indiz man zu Rate zieht, sie alle vermitteln die gleiche Nachricht: Unternehmen suchen branchenübergreifend wieder vermehrt nach Fachkräften. So kletterte beispielsweise das Arbeitsmarktbarometer des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung auf ein Allzeithoch. Die Zahl der geschalteten Stellenanzeigen auf der Jobplattform Stepstone liegt mittlerweile um mehr als 20 Prozentpunkte höher als noch vor der Corona-Pandemie. Dabei ist die Krise noch gar nicht überstanden. Woher kommt also dieser Umschwung?

„Wir stehen an einer Zeitwende“, sagt Tobias Zimmermann, Arbeitsmarktexperte bei Stepstone. Prognosen würden zeigen, dass die Erwerbsgesellschaft zu schrumpfen beginnt. „Das ist eine gigantische Entwicklung, die erst am Anfang steht.“ Auf der anderen Seite lasse sich gerade eine Art Post-Lockdown-Boom beobachten. Die Unternehmen stellen jetzt schon massiv neue Mitarbeiter ein, um sich für den erhofften wirtschaftlichen Aufschwung nach der Krise zu rüsten. Wer diesen mitnehmen will, der brauche die richtigen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. „Unternehmen finden aus einer Krise nur dann heraus, wenn sie Umsätze generieren“, so Zimmermann. „Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen sie jetzt in kluge Köpfe investieren.“

In diesen Branchen gibt es besonders viele Jobs

Besonders gefragt sind nach wie vor stark spezialisierte Fachkräfte in aufstrebenden Branchen — zum Beispiel Softwareentwickler in der IT. Nur Ingenieure und Bewerber aus technischen Berufen suchen Unternehmen noch händeringender. Etwa 18,3 Prozent aller Stellenausschreibungen bei Stepstone richten sich an diese Berufsgruppe. Vor allem Projektmanager, Elektro- oder Servicetechniker und Technikexperten mit Führungserfahrung finden hier Jobs. Etwa zehn Prozent aller ausgeschriebenen Stellen entfallen zudem auf den Bereich Vertrieb und Verkauf. Finanzexperten — insbesondere Buchhalter und Controller — werden ebenfalls häufig gesucht (7 Prozent).

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Ein erheblicher Bedarf besteht aber auch bei Stellen, deren Relevanz durch die Corona-Pandemie deutlich sichtbar geworden ist. Dazu gehört ganz klassisch das Gesundheitswesen, aber auch das Handwerk. "Stark im Kommen ist auch die Biotech-Branche", sagt Zimmermann. Ebenso wie der Online-Handel gehört sie zu den Gewinnern in der Corona-Krise. Je nach Einstiegslevel ist hier der Wettbewerb um Fachkräfte gerade besonders groß, so der Arbeitsmarktexperte. Und das zeige sich auch in den Jobangeboten. Gerade im Online-Handel werden Kräfte derzeit händeringend gesucht – zum Beispiel in der Logistik. „Da gibt es sehr niedrigschwellige Möglichkeiten, um einzusteigen“, sagt Zimmermann.

Gehaltsniveau wird steigen

Perspektivisch, so der Arbeitsmarktexperte, werde sich der „War for Talents“ auch positiv auf die Gehälter auswirken. Das zeige unter anderem eine Befragung, die Stepstone Ende des vergangenen Jahres durchgeführt hat. In dieser gaben drei von vier Unternehmen an, der Fachkräftemangel sei für sie ein akutes Problem. Die am zweithäufigsten genannte Maßnahme um darauf zu reagieren, war trotz der Krise das Gehaltsniveau anzuheben.

Auch in Bereichen, in denen der Verdienst vergleichsweise gering ist, wie der Gastronomie, kann sich Zimmermann langfristig vorstellen, dass die Gehälter steigen. Denn auch in manchen krisengebeutelten Branchen sei der Personalmangel enorm. Denn: Viele Kräfte haben währende der Pandemie umgesattelt und sich andere Jobs gesucht. „Die Betriebe in diesen Branchen müssen sich überlegen, wie sie attraktiv bleiben können“, sagt Zimmermann.

Begriff "Ausbildung" wird am häufigsten gesucht

Und was interessiert die Jobsuchenden? Besonders oft suchten Nutzer von Stepstone die Begriffe Marketing, Vertrieb, IT, Controlling und Logistik. Was überrascht: Das am häufigsten gesuchte Wort war Ausbildung. Das zeigt, dass entgegen der allgemeinen Annahme junge Erwachsene nicht alle unbedingt studieren wollen. Zudem interessierten sich die Nutzer besonders für Möglichkeiten zum Quereinstieg. Das zeigt auch eine Umfrage vom vergangenen Oktober, die Stepstone unter 28.000 Beschäftigten durchgeführt hat. Neun von zehn Befragten gaben darin an, dass sie bereit wären die Branche zu wechseln, sollte das Job-Angebot attraktiver sein.

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