Bonusmeilen: So bringen Amerikaner getrennte Migranten-Familien wieder zusammen

Noch immer warten Hunderte der von ihren Eltern an der US-Grenze getrennten Kinder auf ein Wiedersehen mit ihren Familien. Nun hat der Tweet einer Frau eine Hilfsaktion losgetreten, die das ändern will.

Eine Frau umarmt ihren Sohn, von dem sie bei der versuchten Einreise in die USA getrennt worden war. (Bild-Copyright: Orlando Estrada/AFP)

Die Amerikanerin Beth Wilensky setzte vor wenigen Tagen einen Tweet ab, der bereits knapp 140.000 Mal geliket und über 30.000 Mal geteilt wurde. Darin beschreibt sie, dass ihr Mann beruflich viel fliegt und somit etliche Bonusmeilen ansammelt. Diese hätten die beiden nun genutzt, um einen dreijährigen Jungen und seinen Vater, die an der Grenze getrennt worden waren, wieder mit ihrer Familie zusammenzubringen.

Mein Mann reist viel. Nachteil: Er ist oft weg. Vorteil: Viele Bonusmeilen. Wir haben gerade welche dazu genutzt, ein 3 Jahre altes Kind und seinen Vater, die an der Grenze getrennt worden sind, von Michigan (dort wurde der Sohn hingebracht) zu ihrer Familie zu fliegen. Schreibt mir, wenn ihr auch Bonusmeilen spenden wollt.

Dem Aufruf sind Tausende Amerikaner nachgekommen. Etliche Hilfsgruppen setzen sich mittlerweile dafür ein, dass nicht genutzte Bonusmeilen an die von den umstrittenen Familientrennungen betroffenen Menschen gehen, damit diese wieder zusammenfinden. Allein die Organisation “Miles 4 Migrants”, die es bereits seit zwei Jahren gibt, hat in den vergangenen Tagen schon mehr als fünf Millionen Vielflieger-Meilen von unterschiedlichen Airlines erhalten, wie die Verantwortlichen auf ihrer Website schreiben.

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Über 2.000 Kinder illegaler Einwandererfamilien waren zwischen Mai und Juni an der US-Grenze Mexiko von ihren Eltern getrennt und in verschiedene, teils als menschenunwürdig kritisierte Unterkünfte gebracht worden. Donald Trump erhielt daraufhin viel Gegenwind für seine strikte Einwanderungspolitik. Ein Gericht kippte die umstrittene Regelung im Juli und viele der Kinder wurden wieder mit ihren Eltern zusammengeführt. Doch Hunderte Menschen warten weiterhin auf ein Wiedersehen mit ihren Familien.

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“Diese Familien sind von der Regierung für die Rückführung ausgewählt worden. Das einzige, was sie zurückhält, sind die Kosten für die Flüge”, erklärt Nick Ruiz, der Gründer von “Miles 4 Migrants” gegenüber “Buzzfeed News”. Mittlerweile seien Flüge für 151 Menschen aus 57 Familien durch das Programm organisiert worden. Mit den Spenden der vergangenen Tage könnten weitere 390 Flüge bezahlt werden, so Ruiz.

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