Bombenentschärfung: Die Nacht, in der Hunderte in die Notunterkunft mussten

Mitglieder des Kampfmittelräumdienstes der Polizei bergen die 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe auf einen Lkw

Aus Übung kann schnell Realität werden. Das haben rund 10.000 Menschen nahe dem Innsbrucker Platz in Schöneberg in der Nacht von Montag zu Dienstag erfahren. Weil eine 250-Kilogramm-Weltkriegsbombe entschärft wurde, mussten Anwohner in einem 500-Meter-Sperrkreis bis 1 Uhr bei Bekannten und in Notunterkünften ausharren.

"Ohne das Engagement der Ehrenamtlichen würde der Katastrophenschutz nicht funktionieren", sagte Claudia Maschke noch am vergangenen Sonntag im Rahmen einer Veranstaltung zum Tag des Katastrophenschutzes 2017. Und als ob das Plädoyer für das Ehrenamt und die Notfallvorsorge bei der Innenverwaltung unter Beweis gestellt werden musste, waren es ehrenamtliche Helfer des DRK, die am Montag und in der Nacht zu Dienstag die Evakuierungs- und Betreuungsmaßnahmen in Schöneberg maßgeblich unterstützten.

Bis zu 10.000 Anwohner in dem eingerichteten Sperrkreis seien betroffen, hieß es anfangs. Sie alle mussten ihre Wohnungen verlassen oder durften sie nicht mehr betreten. Binnen weniger Stunden wurden Notunterkünfte eingerichtet. Eine davon im Rathaus Schöneberg.

Zahlreiche Ehrenamtliche bekommen Alarmierung

Bild Nr. 1:
Wo sonst Trauungen stattfinden, fanden die Anwohner im Rathaus Schöneberg während der Evakuierung Morris Pudwell

"Wir haben hier in Spitzenzeiten 285 Menschen betreut und versorgt", sagte der für das Rathaus zuständige DRK-Einsatzleiter Daniel Nitschke. "Es gibt Essen, Tee, Wasser und Decken. Wir haben einige Räume für die medizinische Betreuung älterer Menschen mit Feldbetten eingerichtet." Zudem wurde eine Kinderbetreuung organisiert. Als immer mehr Menschen im Laufe des Abends in...

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